Wach Auf kehrt zurück | Illusionen

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Je höher man fliegt, desto tiefer kann man fallen. Und ich bin gefallen. Tief.
Bei meiner Geburt aus Eden. Vor kurzem aus meinem Bild von Eden.
 
Langsam spüre ich den Boden unter den Füßen wieder.
 
Das ist das gefährliche an sogenannter Spiritualität: Genau so wie sie dich befreien kann, kann sie dich einkerkern.
 
Anstatt dich von Illusionen zu befreien, kreiert sie neue, „höhere“ Illusionen.
 
Die Höhle in der du lebst wird erleuchtet und schön dekoriert, aber wahre Freiheit wirst du dort nicht finden. Dafür musst du dich auf den Weg nach draußen machen.
 
Und je schöner du die Höhle einrichtest und dekorierst, umso schmerzhafter wird es, die Höhle zu verlassen. Denn die Höhle ist warm und komfortabel geworden. Du kennst mittlerweile jeden ihrer Winkel – hier fühlst du dich sicher, hier kann dir nichts geschehen – und das ist der Punkt. Es kann dir nichts geschehen.
 
Genauso wie keine feindseligen Diebe und Bösewichte in deine Höhle kommen, so kommen auch keine Engel und Kumpanen.
 
Und als mir dies bewusst wurde, als ich meine warme Höhle nicht mehr aushalten konnte, machte ich mich auf den Weg.
 
Und eins ist sicher: ich hatte meine Höhle ausgeschmückt. Hatte schöne Bilder an die Wand gehängt. Ich lud regelmäßig Leute zur Besichtigung ein. Mittlerweile 60.000 an der Zahl. Aber nur schauen, nicht anfassen!
Auch damals war mir bewusst, dass es mehr als die Höhle gab. Ich hatte Visionen und Träume davon. Eingebungen. Aber anstatt mich auf den beschwerlichen Weg nach draußen zu machen, las ich Bücher über draußen und sah mir Videos von draußen an. Ich schrieb Texte von draußen und stellte auch diese zur Schau.
 
Und das Ding war: Viele Menschen traten in Resonanz mit diesen Texten. Als ich Wach Auf das erste mal stilllegte, um meinen Fokus auf meine Australienreise zu legen, bekam ich Nachrichten von Menschen, dass ich mit meinen Texten ihr Leben grundlegend verändert hätte. Die Resonanz im Allgemeinen war gewaltig.
 
Und doch kam ich irgendwann zur Einsicht, dass ich all das erstmal hinter mir lassen musste, auch wenn es noch so vielen anderen Menschen helfen mag.
 
Einige von euch können sich sicherlich noch daran erinnern, dass ich eine Fahrradreise von Köln nach Schweden gemacht habe. Dies war für mich der Startschuss.
 
Auch wenn ich nach der Reise versuchte Wach Auf weiterzuführen – der Zauber war verschwunden und mein Herz war nicht so sehr dabei wie in der Zeit davor. Mein Herz rief mich ins Leben, nach Berlin um genau zu sein. 
 
Anfang diesen Jahres zog ich dorthin. Seitdem wurde ich von vielen Menschen gefragt, warum ich hierher gekommen sei. In die dreckige Großstadt. Mein erster Satz war meist: Ich wurde hierher gerufen.
 
Und so war es. 2 Tage nachdem ich eingezogen war, startete ich mit 21 Tage Dynamische Meditation im Osho Studio Berlin. Jeden Morgen um 06:00 aufstehen, teilweise mit 3-4 Stunden Schlaf, weil ich die ganze Nacht wach gelegen hatte. Um in einen dunklen Raum zu gehen und dort 1 Stunde lang zu atmen, zu weinen und zu schreien, zu hüpfen, still zu sein und zu tanzen.
 
Diese Zeit war eine der stärksten „Wachrüttler“ in meinem Leben. Seit der Kindheit festgehaltene Emotionen kamen in Bewegung. Angst. Trauer. Und langsam aber sicher auch die Wut.
 
Dort lernte ich auch meine jetzige Partnerin kennen. Durch welche ich einen Geschmack bekommen durfte und darf, was Liebe ist. Liebe ist wunderschön, aber auch gleichsam die größte Herausforderung in deinem Leben. Sie fordert dich heraus, alle Konzepte von dir und deinem Leben zu hinterfragen. Wenn du dich auf sie einlässt, wird sie früher oder später jede Lüge enttarnen. Und je länger du an ihr festhältst, desto schmerzhafter wird die Einsicht.
 
Schmerz.

Eine lange Periode dieses Lebensjahres trägt diese Überschrift.

Der Schmerz einzusehen, dass man sich aus Angst dem Leben gegenüber verschlossen hat – und der lange Weg daraus.
 
Der Schmerz einzusehen, wie man sich selbst innerlich fertig macht und quält – und der lange Weg daraus.
 
Der Schmerz einzusehen, wie selten man eigentlich wirklich hier ist – und der lange Weg zurück.
 
Der Schmerz einzusehen, dass man nicht immer der warmherzige, nicht urteilende, offene Mensch ist, der man glaubt zu sein, sondern ein ziemliches Arschloch sein kann – und der lange Weg daraus.
 
Der Schmerz einzusehen, dass der Weg in die Freiheit noch lang und einen streckenweise an die Schmerzgrenzen und darüber hinaus bringt – bis kein Weg mehr übrig bleibt.
 
Der Weg in die Weglosigkeit. Der Weg dorthin wo ich schon bin. Paradox. Und doch eine Realität.
 
Und das wollte ich lange nicht einsehen. Wenn doch alles hier & jetzt ist, dann brauch ich den Weg doch nicht zu gehen. Ich bin doch schon hier & jetzt. Sagte der Verstand.
 
Doch die Erfahrung sprach eine andere Sprache. Egal wie viel du über Einheit und Gegenwart gelesen hast, es bleibt doch ein Weg, du als allumfassendes Bewusstsein machst doch die Erfahrung von Raum & Zeit limitert zu sein. Mit Gedanken, Gefühlen und Objekten identifiziert zu sein.
 
Und der einzige Weg ist durch. Durch den Schmerz. In das Leben hinein.
 
Aufstehen. Sich umdrehen. Und den Weg aus der Höhle hin zum Licht antreten.
 
Denn hinter dem Schmerz liegt Ekstase und Momente in denen ein weiterer Lichtstrahl dein Wesen penetriert.
 
Auch das durfte ich erfahren. Die Auflockerung von energetischen & körperlichen Blockaden. Den Körper endlich wieder vernünftig spüren. Wieder erleben zu dürfen wie tief atmen sich wirklich anfühlt. Das Spüren & Lenken von Energie in Händen und Körper. Ekstatisches Tanzen. Aufflammen von leuchtender Männlichkeit. Wiederentdecken der eigenen Kraft.
 
Auch diese lichtvollen Dinge kommen wieder in mein Bewusstsein, ich sah nämlich bis vor kurzem vor lauter Schmerz und Schatten das Licht nicht mehr. Mein Vater, meine Partnerin und andere Engel auf meinem Weg halfen mir auch das einzusehen. Mein Gesicht ist nun wieder der Sonne zugewendet.
 
 
Wach Auf 2.0

Die Zeit ist gekommen in der ich mich wieder von Wach Auf gerufen gefühle. Ich bin noch vorsichtig, weil ich mich nicht wieder verlieren will.

Und das ist leicht, wenn man sowieso schon im Internet arbeitet. Schnell verliert man wieder die Bodenhaftung, die große Reichweite, die ich habe, kann da noch zusätzlich Öl im Feuer sein.

Ich will und werde nicht mehr Illusionen füttern. Was ich schreibe, entspringt meiner Erfahrung. Die einzige Ausnahme könnten fiktionale Geschichten sein. Aber auch die sollen größtenteils auf Erfahrungen beruhen.
 
Vor allem wird jetzt endlich das Potential von Wach Auf ausgeschöpft. Die Plattform, die ich mir aufgebaut habe, wird genutzt:
 
  • Nicht nur um Informationen zu verbreiten, sondern um zu vernetzen. Das ganze steckt noch in den Kinderschuhen, ich will erstmal im kleinen Stil in Berlin anfangen und mit wachsender Nachfrage und ERFAHRUNG das ganze ausweiten. Wichtig ist mir der direkte mentale, physische und energetische Austausch VOR ORT, nicht im Internet. Überall treffe ich Menschen, die innerlich nach einer solchen Gemeinschaft schreien, wo sie sie selbst sein können, wo ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen akzeptiert und verstanden werden und ihnen Hilfestellungen gegeben wird, ihren Weg zu gehen. Wo gemeinsam an einer neuen Welt gewerkelt wird.
  • Die Haupt-Webseite www.wachaufmenschheit.de wird von „meinem Baby“ zu einer Plattform für Menschen, die ihre Erfahrungen zum Thema „Aufwachen“ mit einem großen Publikum teilen wollen. Von Meditation zu Permakultur und Konsumtipps über Aufklärung über unser System und Lösungswege aller Art sind dem keine Grenzen gesetzt.

Wenn du dich angesprochen fühlst, kannst du mir gerne eine Mail schreiben (mail@wachaufmenschheit.de). Optimal wäre natürlich wenn du schon Erfahrung mit dem Schreiben gemacht hast, ist aber keine Voraussetzung.

Vielleicht hast du auch andere Fähigkeiten, mit denen du zu Wach Auf beitragen kannst? (Web-/Grafikdesign, Videoerstellung, usw.) Hast Ideen zu möglichen Treffen? Kommst aus Berlin und hast Bock dich mal auf einen Ideenaustausch mit Tee zu treffen? In allen Fällen, schreib mir!
 
Zu beidem, Treffen vor Ort und Webseite, kommen aber in naher Zukunft noch seperate Aufrufe und genaue Informationen.
 
Jetzt freue ich mich erstmal wieder auf diesem Weg in Kontakt mit euch zu sein, meine Erfahrungen mit euch teilen zu können und und hoffe auch euch bald mal in physischer Form antreffen zu können.
 
Bis dann,

Transformation [WwWW #3]

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Dies ist Teil 2 der Reihe „Wo war Wach Auf“ [WwWW]. Hier die ersten beiden Teile: Teil 1Teil 2

Transformation… dies war nicht nur die Botschaft, die mir der Drache durch meine Reise gebracht hatte, ich spürte es in jeder Zelle meines Körpers: Ein Wandlungsprozess durchdringt mich: Physisch, geistig, seelisch. Und dieser Prozess ist lange noch nicht abgeschlossen.

Deswegen gibt es auch die teils ziemlich langen Pausen zwischen den Texten. Das Puzzle was mein Leben ist setzt sich mitten vor meinen Augen zusammen und Puzzleteile in meiner Geschichte, welche ich bisher noch an die Seite gelegt hatte, finden plötzlich Nachbarteile und offenbaren ein größeres Bild. Mehr Randteile kommen zum Vorschein und geben dem Bild Struktur. Und diesen Prozess kann man nicht erzwingen. Man kann ihn beschleunigen indem man immer wieder den Weg nach Innen findet sowie bewusster wird und nicht mehr blind an den Puzzleteilen auf seinem Weg vorbeirennt. Aber all das braucht Raum und Zeit, um sich zu fügen. In dieser Hinsicht werde ich dem Affen auf meiner Schulter nicht wieder die Macht über mich geben. Die Texte kommen, wenn sie kommen. Manchmal schneller, manchmal langsamer, aber immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Nun aber zurück in die Vergangenheit: Wie du dich vermutlich erinnern kannst, ist Teil 2 damit geendet, dass ich von meiner Reise aus Schweden wiedergekommen bin. Die Botschaft war klar und ich war bereit für die Veränderung, die mir bevorstand. Auch wenn ich nicht wirklich wusste, wie diese aussehen sollte.

Was ich noch nicht erzählt habe, ist dass ich neben den Erkenntnissen, die ich bereits geschildert habe, eine weitere Einsicht auf meiner Fahrt hatte: Jetzt gibt es kein zurück mehr. Tatsächlich hatte ich überlegt gar nicht mehr wiederzukommen und in Schweden zu bleiben, wenn ich dort einen Platz finden würde, den ich mir als neuen Gedeih- und Wohnort vorstellen konnte. Das Leben hatte mich jedoch in eine andere Richtung geführt. Man kann sagen, die Matrix hat mich zurückgerufen. Da ich in Deutschland noch etwas dringendes wegen dem Jobcenter regeln musste, war ich gezwungen von Stockholm wieder nach Deutschland zu fliegen. Mein Fahrrad ließ ich in Schweden, da es die Reise eh nur gerade so überstanden hatte und nicht mehr wirklich brauchbar war.

So ging es zurück nach Deutschland, doch die Botschaft blieb gleich: Jetzt gibt es kein zurück mehr. Wohnen würde ich nicht mehr bei meiner Mutter und zurück in die alte Komfortzone und Muster fallen. Als nächster Schritt galt es also herauszufinden, wo ich die nächsten Jahre meines Lebens verbringen werde. Wieder reisen? Oder doch lieber eine eigene Wohnung? Aber wo? Eine subtile Anziehungskraft zog mich komischerweise in eine Großstadt. Man könnte meinen, dass ich als naturverbundener Mensch, der nicht nur einmal unsere Arbeits- und Konsumgesellschaft aufs schärfste kritisiert hat, eher einen Drang verspürt, auf’s Land zu ziehen. Aber nein, Großstadt ahoi.

Für diese unterbewusste Anziehungskraft wurden mir mit der Zeit auch die Gründe bewusst: Diese waren unter Anderem:

  1. Raus aus der Komfortzone: Ich als ruhiger, introvertierter Mensch, habe keine Probleme damit alleine zu sein, wenn es aber darum geht mich in sozial herausfordernde Situationen zu begeben, habe ich trotz Australien- und Schwedenreise noch relativ große Widerstände, die es aufzulösen gilt. In einer Großstadt wie Berlin kann man soziale Interaktionen nicht nur sehr schwer vermeiden, sondern es gibt auch noch diverse Möglichkeiten, seine sozialen Fähigkeiten auszureifen, wie z.B. Toastmasters (Public Speaking) oder RSD (Dating).
  2. Und mit kommen wir auch zum zweiten Punkt, die schiere Grenzenlosigkeit der Möglichkeiten: Alles was ich ausprobieren will, kann ich in Berlin tun. Seien es Meet-Ups zum Thema Barfuß laufen, Urban Gardening, ein neues Instrument oder Tai Chi erlernen, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Ich freue mich insbesondere auf das volle eintauchen in Tai Chi – ich habe in den letzten Monaten viele Meditationsmethoden ausprobiert und bin bei Tai Chi hängengeblieben, welches perfekt zu mir als körperbetonten und -bewussten Mensch passt. Ich kann auch jedem der diesen Text hier liest nur wärmstens empfehlen, seine eigenen Methoden zu finden. Ich habe mit der Zeit gelernt, meiner Intuition und meinen Gefühlen zu lauschen und in die Richtung zu gehen, in der man Herz erblüht. Wenn du monatelang Vipassana versuchst und anstatt ein höheres Bewusstsein, Konzentration und ein ruhigeres Gemüt nur Frustration erlangst, ist es vielleicht Zeit dich nach der Methode umzuschauen, die zu DIR und deinen ganz individuellen körperlichen, geistigen und seelischen Gegebenheiten passt, deren Form du in diesem Leben angenommen hast. Diese Methoden herauszufinden, kann dir kein Guru oder Buch abnehmen, es erfordert wachsende Sensibilität, um das nächste Puzzleteil zu sehen, zu fühlen, zu schmecken, zu riechen oder zu erlauschen.
  3. Tai Chi führt mich zum dritten Punkt, die Phase des Kriegers: Diese Phase hängt natürlich nicht nur mit Großstädten zusammen, aber ich sehe Berlin als eine exzellente Möglichkeit, meine Kriegerfähigkeiten auszuprägen. Schon vor einiger Zeit habe ich das Buch „Krieger, Magier, Liebhaber, König“ auf Empfehlung von Elliott Hulse gelesen, welches anhand der Arbeit des Pioniers der Psychoanalytik, Carl Gustaf Jung, die vier Archetypen der männlichen Psyche skizziert. Jeder Mann trägt die Energien dieser vier Archetypen in sich – in seiner ganz eigenen Zusammenstellung und Gewichtigkeit. Während der Weg des Wissenschaftlers typischerweise von Menschen mit einem dominanten Magier-Energie beschritten wird, ist der Sportler ein typisch Kriegerweg. Aber auch verschiedene Lebensphasen erfordern und stärken verschiene Anteile der männlichen Psyche und die Phase, die ich jetzt erreicht habe, ist die Phase des Kriegers. Wie immer ist das nicht nur eine blinde Vermutung, sondern eine Erkenntnis, die von Zeichen (bzw. Puzzleteilen) begleitet wurde. Zum einen kam in mir die natürliche Inspiration hoch, Tai Chi und Kung Fu zu lernen. Diese Inspiration wurde davon begleitet, dass ich während der Meditation anfing, den Energiefluss in meinen Händen zu spüren, welcher sich noch verstärkte, als ich anfing Tai Chi – artige Bewegungen in meinem Tanzstil zu erkennen, wenn ich im Club völlig ins Tanzen loslassen konnte – und das obwohl ich vorher noch nie Tai Chi geübt hatte.  Neben dem Krieger-typischen Tai Chi wurde mir die Botschaft vor ein paar Wochen noch deutlicher gegeben: Meine Mutter und ihr Lebensgefährte lasen ein Buch namens „Socrates – Der friedvolle Krieger“ von Dan Millman, von dem sie mir erzählten. Wer das Buch bzw. den Film „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ kennt, der kennt auch Socrates, den Tankstellen-Krieger und Lehrmeister von dem jungen Krieger Dan Millman. „Socrates“ beschreibt den Lebensweg eben jenes geheimnisvollen Lehrers, auf welchen Dan Millman nachts in einer Tankstelle trifft und sein Leben auf den Kopf stellt.

Eine Woche später kommt ein Paket von meinem Vater für meinen Geburtstag an. Ich öffne das Paket und sehe… ein Buch:

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und kann mir das Grinsen nicht verkneifen. Synchronizitäten – göttlicher Humor.

Da ich bis jetzt nur den Film gesehen hatte, habe ich erstmal das Buch „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ gelesen und bin jetzt bei „Socrates“ angelangt. Beide Bücher halten mir den steinigen und mit Herausforderungen gespickten Weg vor Augen, den ich angefangen habe zu beschreiten: Der Weg des Kriegers. Zum Weg des Kriegers gehört auch, komfortabel mit dem Unkomfortablen zu werden. Dinge zu tun und in Orte und Situationen zu geraten, in denen Unsicherheit und Negativität wirken. Auch für das ist die Großstadt Berlin mit seinen Licht- und Schattenseiten ein geeigneter Lehrraum.

Schon in Stockholm hatte ich mit einem Freund darüber geredet, dass ich bei einer Challenge mitmachen wollte, um genau zu sein die 3-Wochen-Dynamische-Meditations-Challenge, in welcher 3 Wochen lang die vom indischen Mystiker OSHO entwickelte dynamische Meditation für 3 Wochen jeden Morgen praktiziert wird. Eigentlich hatte ich vor diese in Stockholm zu machen, da mein Leben jedoch anderes für mich vorhatte und doch wieder in Deutschland landete, entschied ich mich an der Challenge im Osho-Studio in Berlin teilzunehmen. Da ich Ende 2015 schon mal in Berlin für die TTIP-Demo gewesen war und die Stadt in der kurzen Zeit in der ich da gewesen war einen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen hatte, entschied ich mich dort einen Monat bei einem guten Freund zu leben, den ich damals durch Wach Auf kennengerlernt hatte und bei dem ich schon in der Zeit der TTIP-Demo übernachtet hatte. Diesen Monat würde ich nutzen, um die dynamische Meditation, Berlin, und am wichtigsten… die tiefen meines Selbst näher kennenzulernen.

Doch etwas geschah nebenbei… etwas was mir endlich ermöglichte meine Berufung auch vollständig zum Beruf zu machen. Wer schon etwas länger die Posts von Wach Auf verfolgt, dem ist womöglich auch die Entstehungsgeschichte, meine Reise nach Australien und der Aufbau der Webseite (in diesem Podcast beschreibe ich all dies) sowie der Traum bekannt, mit dem was ich liebe mein Geld zu verdienen. Seitdem ich im September 2015 aus Australien wiederkam, war dies meine Vision – und da ich wusste wie das Gesetz der Anziehung funktioniert, hatte ich auch keine Zweifel, dass sich meine Vision auch materialisieren würde. Nur das wie – das stand in den Sternen.

Zuerst war mein Plan, dass ich durch Werbeeinnahmen auf meiner Webseite eines Tages meinen Lebensunterhalt verdienen würde. Das erwies sich jedoch schwieriger als gedacht, denn die Auswahl der Unternehmen für die ich überhaupt Werbung machen konnte, ohne dass dies mit der Botschaft von Wach Auf in Konflikt kam, war stark limitiert. Nach ca. einem halben Jahr war ich immerhin soweit, dass ich neben Affiliate-Programmen auch meinen ersten direkten Werbekunden für mich gewinnen konnte, wodurch ich mir immerhin schon mal eine gewisse Grundlage sichern konnte.

Eines Tages schrieb mich dann mein Freund Arthur an, welcher die Facebook-Seite Freiheitdergedanken betreibt. Und er hatte eine Nachricht zu überbringen, die in Retrospektive mein Leben neu formen sollte: Er war mit einer Firma namens „Horizonworld“ in Kontakt getreten, genau genommen mit dem Initiatior und Geschäftsleiter Udo Grube. Horizonworld war mir vorher nicht bekannt gewesen, als ich mich allerdings ein wenig auf der Webseite umschaute und herausfand, dass Horizonworld es gewesen war, die unter anderem „What The Bleep“ und „The Secret“ in die deutschen Kinos gebracht hatten, hatte ich bereits ein sehr gutes Gefühl, welches sich bestätigte als ich mit Udo telefonierte und wir uns gleich auf einer Wellenlänge befanden. Uns verband eine gemeinsame Vision von einer bewussteren, nachhaltigeren Welt und ein Verständnis über die tieferen Zusammenhänge zwischen dem menschlichen bewusstsein und dem Zustand, in der sich unsere Erde momentan befindet.

Zuerst bestand unsere Zusammenarbeit darin, dass ich Artikel und Videos die mich ansprachen von Horizonworld auf meiner Wach Auf postete und ich eine entsprechende finanzielle Gegenleistung dafür bekam. Diese hielt sich natürlich in Grenzen, aber das spielte keine Rolle. Ich war schlicht glücklich und dankbar, dass meine Vision langsam Form annahm und vor allem dass ich immer mehr Leute kennenlernte, die ähnliche Visionen und Träume hatten und mich auf diesem Weg begleiteten.

Schon im dritten Telefongespräch miteinander erwähnte Udo dann, dass er jemanden suche, der Aufgaben übernehmen kann, die er bis jetzt übernommen hatte, da er selbst seine Energie mehr und mehr auf andere Dinge richten wollte. Konkret waren die Aufgaben: die Facebookseiten von Horizonworld verwalten und die Redaktion koordinieren sowie eigene Beiträge verfassen. Für mich fügten sich mal wieder die Puzzleteile meiner Vergangenheit zusammen. Denn genau in diesen Bereichen hatte ich in den letzten Jahren Erfahrung sammeln können – und auch das Themenspektrum und die Vision stimmte: Auch Horizonworld konzentriert sich nicht auf die Bekämpfung des Alten, sondern wirkt dabei mit, ein neues Bewusstsein auf dieser Erde zu verbreiten.

Auch wenn ich Udo sagte, dass ich noch etwas Zeit zum Überlegen brauche, war mir eigentlich schon klar, dass ich das Angebot annehmen würde. Ein Beruf den ich überall ausführen kann, weil er Online ist? Ein Team auf meiner Wellenlänge mit der gleichen Vision? Die Möglichkeit mir meine Arbeitszeit selbst einzuteilen? Genug Geld um davon leben zu können? Genau das hatte ich mir erträumt – und nach einer langen Zeit der intensiven Arbeit und dem Durchgehen einer Höhle von Zweifeln und Ängsten hatte ich eine Tür gefunden, die mich an der anderen Seite wieder raus ließ und mich in das Land meines Traumes führte.

In den darauffolgenden Tagen einigten wir uns auf die Einzelheiten; die Puzzleteile hatten sich wieder einmal zu einem größeren, schöneren Bild voller Möglichkeiten zusammengefügt und offenbarten die nächste Passage auf meinem Heldenweg: Redaktionsleiter bei Horizonworld.

Da meine Reise kurz bevor stand, konnte ich nicht direkt mit meiner neuen Tätigkeit anfangen. Erst als ich bei meiner Schwester angekommen war und meine meine Reise fast am Ende angelangt war, begann ich in diese neue Phase einzutauchen. Auch diese Veränderung hatte der Drache mit sich getragen.

FORTSETZUNG FOLGT…

Das Bild hatte sich wieder ein wenig erweitert, doch ich wusste immer noch nicht, welche Rolle Wach Auf in Zukunft in diesem Bild spielen würde. Neben der Euphorie über den neue Weg nahm ich also auch diese Ungewissheit mit nach Berlin und zur dynamischen Meditation. Was dort passiert und welche Puzzleteile dort auf mich warteten, erfahrt im nächsten Teil.

Hier geht’s zum ersten Teil der Serie.
Hier geht’s zum zweiten Teil der Serie.

Mit dem Fahrrad nach Schweden – eine moderne Initiationsreise? [WwWW #2]

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Dies ist Teil 2 der Reihe „Wo war Wach Auf“ [WwWW] – Teil 1 findest du hier.

Initiation in ein neues Kapitel

Angefangen hatte meine Abwesenheit schon einige Zeit bevor ich aufgehört hatte auf Facebook zu posten. Um genau zu sein war es der Tag der Abfahrt nach Schweden.

Für alle die, die nicht mitbekommen haben, was es mit Schweden auf sich hat: In Vergangenheit und Gegenwart haben Gesellschaften überall und zu jeder Zeit auf der Erde – insbesondere die naturverbundenen – ihre Jugendlichen männlichen Stammesangehörigen durch verschiedene Rituale „initiiert“, was bedeutet, dass sie nun ein vollständiges Mitglied des Stammes waren. Ein solches Ritual hat nicht selten enormen Mut erfordert und war eine Herausforderung, die manche Jugendliche nicht überlebten.

Die Aborinies z.B. schicken den Jugendlichen vom Alter 10-16 – je nachdem wann sie ihn als reif genug sehen, ein Mann zu werden – alleine ins Outback für einen sogenannten „Walkabout“. Dieser kann bis zu 6 Monate dauern und stellt für den jungen Aboriginie den spirituellen und traditionellen Übergang in die Männlichkeit dar.

Leider gibt es solch ein Ritual in unserer westlich-kapitalistischen Welt nicht. Die meisten Männer beenden die Schule und beginnen gleich darauf an zu studieren, worauf dann meist eine Vollzeit-Arbeitsstelle folgt. Arbeitssklaven werden großgezogen, Räder im System, Schafe, nenn‘ es wie du willst. Klar ist für mich nur, dass das Individuum im Kapitalismus als Mittel gesehen wird, Profit zu erzeugen. Und klar ist auch, dass je selbst-ständiger und denkender und mutiger ein Individuum ist, desto wahrscheinlicher ist, dass er dieses menschenverachtende System durchschaut und seinen Mund aufmacht. Ein voll initierter Mann lässt sich nicht herumschubsen. Er ist tief verankert in seinem Wesen und steht zu seinen Idealen. Er spricht seine Meinung aus und stellt sich in den Dienst der Gesellschaft – nicht der Konzerne. Kurzum: Ein initierter Mann ist gefährlich.

Doch unser verdrehtes Bild von einer gesunden Männlichkeit und das Fehlen von Initiationsritualen hinterlässt scharenweise schwache, mutlose Männer ohne Disziplin, deren Potential hinter Ängsten und Traumata verschüttet ist.

Ich würde mich als aufmerksamen Beobachter bezeichnen (denn ich bin der Beobachter ;)), somit habe ich habe ich nicht nur über Initiation und fehlende Männlichkeit gelesen, sondern konnte sie auch überall um mich herum beobachten. Man muss nur den Fernseher anschalten und man sieht spätestens nach dem ersten Mal umzappen einen uninitiierten Mann, der diesen Sachverhalt unter einer Maske versteckt – in unserem geliebten Deutscheland ist diese Maske oft die der Intellektualität. Sie kann aber auch aus Gewalt oder aus gespieltem Selbstbewusstsein gemacht sein.

Doch das für mich wichtigste, konnte ich beim mir selbst beobachten: Ich selbst war nicht initiiert. Ich wusste nicht genau was es war, was da noch in mir verborgen war, aber ich wusste dass es da war. Und da ich immer genau beobachte, welche Zeichen mir mein Leben gibt, blieb der Fakt nicht unbemerkt, dass mir das Thema Initiation immer wieder begegnete. Vor allem Elliott Hulse erwähnte die Initiation immer wieder in seinen Videos, welcher für mich seit nun guten 3 Jahren eine Vaterfigur darstellte und mir den Archetypen für gesunde Männlichkeit vorlebte, welcher von meinem biologischen Vater nur zum Teil verkörpert wurde.

Da niemand kommen würde, um mich durch ein Initiationsritual zu führen, kein Retter der am Horizont erscheint und meine (inneren) Feinde für mich erschlägt, entschied ich mich mein eigenes Ritual zu durchlaufen. Da ich meine Schwester lange nicht gesehen hatte und ich eh vorgehabt hatte, sie in Schweden zu besuchen, entschied ich mich den Besuch zu meiner Schwester mit dem Initiationsritual zu paaren: Anstatt nach Schweden zu fliegen, nahm ich meine sieben Sachen und fuhr den Weg von ca. 1300km von Dormagen (nahe Düsseldorf) nach Örebro (Mitte Schweden) auf meinem zweirädrigen Freund.

Zu schildern was alles auf der Reise passiert ist und welche Drachen ich ich erlegen musste, würde den Rahmen dieses Textes sprengen, welches als kurzer Überblick dienen soll, wo ich war, warum ich dort war und wohin es hingeht – alles in Bezug zu Wach Auf. Gerne kann ich aber bei entsprechender Nachfrage mehr über meine Reise-Erfahrungen schreiben. Falls Interesse besteht, schreibt’s mir unten in die Kommentare 🙂

So viel kann ich sagen: Was mir die Reise gegeben hat, waren nicht nur lange, harte & einsame sowie friedliche, magische & ekstatische Tage; Menschen die mich für die Nacht bei sich aufnahmen, Nächte in Parks und Nächte an Seen & Meer mit morgendlichem Nacktbaden; Sonnenuntergänge und exzentrische Persönlichkeiten; uvm… vor allem war es eine neue, losgelöste Perspektive auf mein Leben. Fast ein Jahr lang war ich fast jeden Tag auf eine Art und Weise mit Wach Auf in Verbindung. Diese Verbindung wurde plötzlich gekappt und ich konnte meinen Blick klären.

Und dieser Klärungsprozess war keineswegs einfach oder komfortabel: Insbesondere in den ersten Tagen habe ich des öfteren hinterfragt, wieso ich mir das ganze eigentlich antue. Physisch war es natürlich hart, doch dein Körper gewöhnt sich nach einer Eingewöhnungszeit an alles, so konnte ich am Ende knapp 90-100km pro Tag zurücklegen. Das physische war es aber nicht, was mich so zu schaffen machte. Zu schaffen machte mich der mentale Aspekt, denn 1300 km auf dem Fahrrad heißt auch 1300 km alleine. Wenn man zuhause ist, gibt es 1001 Möglichkeiten vor sich selbst wegzurennen, die einfachste und bei mir beliebteste davon ist wohl das Internet. Wenn man allerdings 80 km am Tag alleine auf dem Fahrrad verbringt, ist Widerstand zwecklos. Früher oder später wirst du mit deinen Schatten konfrontiert, und bei mir geschah dies ziemlich früh.

Früh erkannte ich, dass es mit Wach Auf und vor allem meinem Leben nicht so weiterlaufen kann. Ich war nicht glücklich. Nicht glücklich damit, nach einem erfahrungsreichen Jahr in Australien und Neuseeland wieder bei meiner Mutter zu leben. Nicht glücklich damit, so viel Zeit am Computer zu verbringen. Nicht glücklich damit, in einer Gegend zu leben, die mich und meine Tiefe nicht versteht. Und auch nicht glücklich damit, wie emotional gebunden ich an Wach Auf war (wird im ersten Text näher beschrieben).

Der Weg des Helden in der unendlichen Geschichte

Eines Abends, es war der erste Abend, an dem ich nicht die Möglichkeit hatte, bei Bekannten oder durch den Aufruf auf Wach Auf kennengelernte Leuten schlafen konnte. Ich hatte bis kurz vor Sonnenuntergang noch keine Ahnung, wo ich übernachten sollte. Angst hatte ich allerdings nicht, ich hatte schon genug Erfahrung mit dem Unbekannten gesammelt und vertraute darauf, dass sich auch dieses Mal eine passende Gelegenheit materialisieren würde. Und so war es auch. Ich sauste gerade eine Brücke hinab, bemerkte eine Art Loch im Maisfeld links neben mir und machte eine Vollbremsung. Natürlich nicht der gemütlichste Untergrund, aber besser als nichts 😉

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Mit der Reise hatte ich ebenfalls angefangen das Buch „Der Heros in tausend Gestalten“ vom verstorbenen Mythologen Joseph Campbell zu lesen, welches den sogenannten „Weg des Helden“ beschreibt. Ein Weg, welcher sich in Mythen von verschiedensten Kulturen in den verschiedensten Zeiten wiederfindet und welchen – so argumentiert Joseph Campbell – auch wir Menschen beschreiten müssen. In seinem Buch beschreibt er diesen Weg indem er Mythen aus aller Welt nimmt und deren Archetypen und Überschneidungen zeigt. Auch ich erkannte mich im Buch wieder und identifizierte die Phasen meines Helden-Weges, die ich bereits durchlaufen war.

An jenem Abend an dem ich das erste Mal wild campte, hatte ich die lange Einführung und Einordnung hinter mich gelassen und war an das erste Kapitel gelangt, in welcher die erste Phase des Heldenweges beschrieben wird: Der Ruf zum Abenteuer („Call to Adventure“). Als ich anfang zu lesen, ging mein Herz auf. Ich sah, dass alle Geschehnisse in meinem Leben durch ein unsichtbares Netz verbunden waren und mich auf genau diese Reise geführt hatten. Wenn du schon mal solch einen Moment gehabt hast, kannst du sicherlich nachvollziehen, wie ekstatisch ich mich in diesem Moment fühlte. Die Verbundenheit von allem offenbarte sich mir wieder einmal und hier saß ich irgendwo im nirgendwo in meinem Zelt und hielt ein Buch in der Hand, welches mir die Struktur dieser Verbundenheit klar machte.

Wir alle sind Helden in unserer ganz eigenen Geschichte. Geschichte. Das war für mich das Zauberwort dieses Abends. Ich sah, dass es alles eine Geschichte ist. Eine wundervolle Geschichte, eine Geschichte mit Licht und Schönheit und Liebe, aber auch eine Geschichte mit Dunkelheit und Häßlichkeit und Angst. Mit Herausforderungen.
Eine Geschichte, die nicht stoppt. Eine unendliche Geschichte. Auch diese Verbindung wurde mir klar, ein paar Monate zuvor hatte mich die Inspiration gepackt und mich an die unendliche Geschichte erinnert (deren Zeichen ich übrigens als Kette auf meiner Reise trug), welche ich dann auch wieder verschlang. Ich hatte die Geschichte schon mal als Kind gelesen, dieses mal wurde mir die unglaubliche Tiefe und Wahrheit, die in diesem Buch steckt, jedoch erst wirklich bewusst.
Wir alle sind in der unendlichen Geschichte. Und der Weg des Helden ist es, der den Zyklus komplett macht: Wir kommen aus der Unendlichkeit – werden geboren und verlieren das Bewusstsein und die Verbindung zu dieser Quelle, das Ego wird geboren – nun werden uns Drachen zu erlegen gegeben, Herausforderungen gestellt – und vollenden wir unsere Aufgabe hier auf diesem Planeten, so erinnern wir uns wieder an die Unendlichkeit und werden eins mit ihr.

Das Zauberwort Geschichte erweckte ebenfalls Kindheitserinnerungen in mir. Ich erinnerte mich, wie meine gesamte Kindheit von Geschichten begleitet wurde. Wie ich damals die Geschichten verschlungen hatte und in sie eingetaucht war. Irgendwo auf dem Weg war mir dies jedoch abhanden gekommen. Die Welt der Erwachsenen hatte über mich Besitz ergriffen und mit ihr der Glaubenssatz, dass die Welt ein ernster Ort war. Ein Ort, in dem meine Fantasie keinen Platz fand und sich somit langsam zurückzog.

Doch in diesem Moment erinnerte mich und meine Liebe zu Geschichten blühte wieder auf. Und diese Liebe führte mich zu der Realisierung, dass ich selbst wieder Geschichten schreiben will. An dem Abend war dies natürlich eine noch sehr ungeformte Idee, im Verlaufe der Wochen hat sie jedoch langsam eine Gestalt angenommen: Warum nicht Wach Auf und Geschichten kombinieren? Auf meinem Blog z.B. könnte ich kurze Geschichten schreiben, in welche ich die Themen mit denen ich mich befasse und für mich zum Aufwach-Prozess dazugehören integriere. Nicht nur verbinde ich somit meine 2 Leidenschaften, ich glaube auch für euch – meine Leserschaft und Wegbegleiter – ist dieser Schritt hilfreich. Durch Geschichten und die Möglichkeit die Ideen über die ich schreibe in Charakteren zu verkörpern, kann ich euch auf noch einer ganz anderen Ebene erreichen und berühren.
Ich könnte sogar eine Art Bloggeschichte machen. Sprich nicht nur unzusammenhängende Kurzgeschichten schreiben, sondern Protagonisten und andere wiederkehrende Charaktere haben, einen Plot der sich mit dem Verlauf der Geschichte herauskristallisiert.
Letztens habe ich in einem Film über Terence McKenna von einem literarischen Stil namens „Transrealismus“ gehört, in welchem wirkliche Geschehnisse und existierende Personen genommen werden und mit fantastischen Mitteln in eine Geschichte eingebaut werden. Somit könnte ich auch über meine Reise und meinen Heldenweg schreiben.

Bote der Veränderung

Mir geht hier beim Schreiben wieder das Herz auf. Das fühlt sich gut an und alle Zeichen stehen dafür, dass ich dieser Inspiration nachgehen sollte. Und wenn ich schreibe, dass alle Zeichen dafür stehen, dann meine ich das auch so. Die unendliche Geschichte und der Heros in tausend Gestalten waren für mich klare Zeichen. Aber nicht nur in schriftlicher Form gab es Zeichen auf meinem Weg, sondern auch in Form von Archetypen.

Um nach Schweden zu kommen, musste ich von Rostock aus mit der Fähre übersetzen. Noch am selben Abend an dem ich in Trelleborg ganz im Süden von Schweden ankam – es war schon dunkel – kam ich an einen zentralen Platz an dessen Ende eine große Kirche emporragte. Davor war ein Partyzelt aufgebaut in dem die schwedische Version von Schlagermusik zu spielen schien. Was aber meinen Blick direkt auf sich gezogen hatte, als ich an dem Platz angekommen war, war ein großer Brunnen in seiner Mitte. Es war aber nicht nur irgendein Brunnen, sondern er stellte einen Drachen dar, der aus seinem Rachen Wasser spie. (s. Bild)
Da ich mir schon länger bewusst bin, dass Zeichen bzw. Archetypen an jeder Ecke unseres Lebens warten und uns die Richtung weisen, war ich auch in diesem Moment offen dafür und fotografierte den Drachen und machte ein Video von ihm, wie ich es bei allen Situationen tat, die mir auf meiner Reise besonders ins Auge stachen.

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Bis jetzt nichts besonderes, ein Drache kann einem überall begegnen. Zu einem klaren Zeichen wurde der Drache jedoch erst für mich, als ich in Jonköping ankam. Wieder war es bereits dunkel, als ich ankam und ich wusste noch nicht, wo ich an diesem Abend schlafen würde. Also suchte ich mir, wie vorher auch schon in anderen großen Städten, einen großen Park – in diesem Fall war es der Stadtpark – und fuhr ein wenig herum auf der Suche nach einem vernünftigen Platz, wo ich mein Zelt aufschlagen konnte. Ich entdeckte einen kleinen Pfad der ein wenig abseits von viel besuchten Arealen führte und BAM – da war er. Ein Drache, welcher aus einem Baumstamm gemacht wurde.

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In diesem Moment wusste ich nicht nur, wo ich diese Nacht mein Zelt aufschlagen würde, sondern auch, dass der Drache ein klares Zeichen war. Schon im Buch von Joseph Campbell war er ganz am Anfang aufgetaucht.

Und als ich von meiner Reise wieder zurück nach Dormagen kam, fand ich zumindest teilweise heraus, welche Botschaft er mir überbringen wollte. Ich kam nach einer unglaublichen Reise nach Hause und rate mal, was mir meine Mutter in der Zwischenzeit für ein Bild gekauft hatte: Ein Drache, welcher sich um das Yin-Yang-Zeichen schlängelt. Als ich ihr dann mit Begeisterung davon erzählte, dass der Drache mir schon auf meiner Reise begegnet war, zeigte sie mir dann auch noch ein Lederarmband, welches sie auf dem Trödelmarkt ergattert hatte und natürlich einen (aus Metall geformten) Drachen zeigte. Auch das Armband schenkte sie mir, da ihr in diesem Moment klar wurde, dass sie das Armband nicht für sich, sondern für mich gekauft hatte. Außerdem schlug sie mit mir die Bedeutung vom Drachen nach und eine Botschaft stach mir direkt ins Auge: Transformation.

FORTSETZUNG FOLGT…

Meine Reise nach Schweden war nur der Anfang dieses Transformationsprozesses, sie war die Initiation, die ich mir so ersehnt und daraufhin erschaffen hatte. Im nächsten Teil erfahrt ihr mehr darüber, welche neuen Botschaften der Drache mir zu verkünden hatte und welche neuen Welten sich mir eröffneten, nachdem ich diese Schwelle ins Unbekannte (die Phase meines Heldenweges nach der Heros in tausend Gestalten: „The First Threshhold“) überschritten hatte.

Hier geht’s zum dritten Teil der Serie.
Hier geht’s zum ersten Teil der Serie.

Wach Auf ist zurück! [WwWW #1]

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Dies ist Teil 1 der Reihe „Wo war Wach Auf“ [WwWW] – Teil 2 findest du hier.

Wo soll ich anfangen… So viel ist in den Wochen passiert, seitdem ich das letzte mal vor euch mein Herz offengelegt habe. Wahrscheinlich sollte ich diesen Text so anfangen, wie ich die meisten meiner Texte beginne: Ohne Plan, ohne vorgefertigte Struktur, ohne eine Ahnung was da gleich aus meinem Bewusstsein durch meine Finger in diesen Bildschirm gelangen wird. Das Einzige was ich habe und brauche ist die Fähigkeit aufmerksam zuzuhören – mich völlig dem Unbekannten zu öffnen und zu lauschen, was da als nächstes durch mich fließen will.

Normalerweise geschieht dieser Prozess innerhalb eines Tages:
Die Inspiration kommt, sei es durch ein Video auf YouTube, in der Bahn, beim Mittagessen oder bei Freunden. Ich höre zu, lausche meiner inneren Stimme und wenn ich den Text nicht gleich schreiben kann, so schreibe ich ihn sobald ich zuhause bzw. alleine bin.

Dies ist der Normalzustand. So sind meine allerersten Texte zustande gekommen, so habe ich meine Facebook-Seite aufgebaut und so habe ich auch die wichtigsten Schritte in meinem Leben gehandhabt. Absolut spontan und frei von jedweglichem Schema. Kurz gelauscht – verinnerlicht – und ab in die Dunkelheit!

Mit diesem Text war es jedoch ein wenig anders. Schon vor einem Monat habe ich das Bedürfnis gespürt wieder auf Wach Auf zu posten, euch darüber aufzuklären wo ich war, was ich gelernt habe und wo es hingeht. Endlich diese dämliche Ungewissheit und Unsicherheit beenden und wieder zum Alten, Bekannten, Erfolgreichen zurückkehren. Doch irgendwas hat mich jedes Mal davon abgehalten, eine innere Stimme die genau wusste, warum ich mich von Wach Auf entfernt hatte. Und die Botschaft dieser Stimme wurde mit der Zeit immer klarer:

„Daniel, kümmer dich um dich selbst. Du musst nicht immer den Lehrer spielen, tatsächlich wird dir genau dies zum Verhängnis werden, wenn du jetzt nicht einen klaren Strich ziehst. Diese neue Lebensphase ist ganz dir selbst und deiner persönlichen Evolution gewidmet. Und dies ist nicht egoistisch, nein, es ist die einzige Möglichkeit andere Wesen wahrlich zu befreien und beim Erwachen beizustehen. Wie der Protagonist Mike aus dem Buch, das du gerade list (Stranger in a Strange Land) schon sagte: „Ich bin nur ein Ei.“ Auch du bist nur ein Ei. Und wenn du jetzt nicht stoppst und dir Zeit für dein eigenes Leben nimmst, wird das göttliche Wesen was in diesem Ei schlummert nie sein volles Potential entfalten können.“

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich jetzt für diesen Text bereit bin, aber die Zeichen die mich in den letzten Wochen geführt haben, haben mich nun zur Erkenntnis geführt, dass es nun an der Zeit ist, euch wissen zu lassen, wo ich geblieben bin und auf was ich auf meiner Seelsuche gestoßen bin:

Es hatte sich angekündigt

Für viele von euch kam meine plötzliche Abwesenheit wahrscheinlich doch sehr überraschend. Plötzlich vom Erdboden verschluckt und das ohne ein Wort zu sagen… Eigentlich ist dies gar nicht meine Art – und doch war es in dem Moment in dem die Entscheidung zu meiner „Wach-Auf-Pause“ genau das, was mein Herz sich ersehnte.

Für euch mag es überraschend gewesen sein, doch für mich hatte es sich schon Monate davor angekündigt. Denn obwohl sich Wach Auf rasant vergrößerte und mittlerweile den Meilenstein 50.000 Likes auf Facebook geknackt hat, war ich nicht glücklich. Ich war nicht zufrieden mit mir selbst und ich war nicht zufrieden mit meiner Arbeit. Nur selten war es genug – während ich Beiträge die gut ankamen schnell mit einem guten Gefühl abhakte, waren es oftmals die Beiträge die nicht besonders ankamen, denen ich meine Aufmerksamkeit widmete.
„Eine Beitragsreichweite von 500.000? Letzte Woche waren es doch noch 700.000 gewesen!“ „Warum wächst diese Seite so viel schneller als meine? Die klauen doch eh nur alles!“
„Ich muss mehr Bilder posten, die kommen immer gut an.“
Solche Glaubenssätze schlichen sich in mein Bewusstsein – und alle stammten sie von einem gemeinsamen Ursprung in mir drin, einem tiefliegenden Gefühl von Wertlosigkeit.

Und dies war mir durchaus schon vorher bewusst gewesen, in meinem Dankestext zu 30.000 Facebook-Likes hatte ich diesen Sachverhalt bereits beschrieben, und doch hatte sich nicht viel geändert.

Ich will meine Arbeit nicht runterspielen, ich bin stolz auf das was ich mit Wach Auf da geschaffen habe, wie vielen Mensche ich mit dem Weg meines Herzens helfen und eine neue Perspektive aufs Leben schenken durfte. Auch die Lichtseite meiner Selbst wird mir immer mehr bewusst. Ich bin das Licht, und mit jedem Tag werden die Barrieren die zwischen diesem Licht und dem authentischen Ausdruck dessen steht durchlässiger. Doch ist dies nur möglich, wenn ich mir dieser Barrieren bewusst werde, und eine davon war und ist nun mal dieses tiefe Gefühl von Wertlosigkeit, welches nur einen scheinheiligen Grund braucht, um wie ein Dämon von mir Besitz zu ergreifen und meine Gedanken, Worte und Handlungen zu lenken.

So kam es dazu, und ich bin sicher dass es vielen hier genau so mit ihren Herzensangelegenheiten geht, dass ich mich emotional mit meiner Arbeit identifizierte – im Englischen würde man sagen, ich war „attached“ (grob: „gebunden“). So hing meine Stimmung stark davon ab, wie es mit Wach Auf lief.

Lief es gut, fühlte ich mich gut. Lief es schlecht, fühlte ich mich dementsprechend.

Und für mich als Kind der Freiheit war wohl das schlimmste, dass ich nicht mehr klar sehen konnte. Mein Blick war getrübt von etwas, was ich nun rückblickend mit „ich-muss-Bewusstsein“ betiteln würde. Oben habe ich beschrieben, wie meine besten und schönsten Texte absolut spontan und direkt von meinem Herzen kamen – in den letzten Wochen vor meiner Pause änderte sich dies immer öfters.

Das „Ich fühle mich inspiriert dazu…/mein Herz ruft mich danach…/das kann anderen Menschen helfen…“, wurde zum „ich muss…, damit ich mehr Reichweite erreiche/um den Menschen etwas zu liefern.“

Der beständige Hintergedanke begleitete mich, dass ihr von mir erwartet, dass ich jeden Tag poste. Ich weiß nicht woher ich diese Idee hatte, denn niemand hatte mir konkret geschrieben oder gesagt dass ich öfters posten sollte, tatsächlich postete ich oftmals mehrmals am Tag – und doch war da dieser kleine Affe auf meiner Schulter, der kaum einen Tag damit aussetzte mir zu sagen, dass das noch nicht genug sei. Da muss noch mehr, noch besser, noch schneller kommen. Du. Bist. Noch. Nicht. Gut. Genug!

Und ich war mir wie gesagt durchaus bewusst, doch die Sucht nach Anerkennung und Macht dieses kleinen traumatisierten Äffchens war stärker, und das ist für mich wahrlich die Definition der Hölle auf Erden: sich einer inneren Barriere bewusst zu sein, jedoch nicht in der Lage zu sein, sie durchbrechen oder sie wenigstens zu verschieben.

Wenn die Barriere sich also nicht bewegen ließ, so blieb mir nur noch übrig die Lage zu verändern – spontan und ohne vorige Vorbereitung entschied ich mich, dass ich Wach Auf erstmal still legen würde. Ich hätte sicherlich meine Abwesenheit so planen können, dass alte Beiträge auf Wach Auf gepostet werden, solange ich weg bin, oder einen Text dazu schreiben können, dass ich jetzt weg bin. Doch all das hätte nur weiter den Affen auf meiner Schulter gefüttert. Für mich als Skorpion kommen keine halben Sachen in Frage – entweder ich lasse vollkommen los und akzeptiere alle Konsequenzen, die mit dieser Entscheidung kommen (in diesem Fall war es das Abebben des Momentums, welches ich im Vorjahr aufgebaut hatte sowie eine verwirrte Leserschaft) oder ich mache so weiter wie bisher. Anderes hatte ich vorher schon versucht und es war gescheitert. Ich wollte auch nicht mehr darüber schreiben etwas zu ändern oder es planen – ich tat es einfach.

Ich löste mich von Wach Auf und machte damit einen riesigen metaphorischen Schritt zurück, und aus dieser neuen Position konnte ich mich und mein Leben wieder aus der Entfernung zu betrachten – was in nur ein paar Wochen dazu führte, dass sich etliche neue Türen für mich öffneten und mir ein vorher versperrter Weg offenbart wurde.

FORTSETZUNG FOLGT…

Im nächsten Teil erzähle ich von meiner Fahrrad-Reise nach Schweden und was mir dort für Erkenntnisse bezüglich der Zukunft von Wach Auf kamen.

Hier geht’s zum zweiten Teil der Serie

Meine Reise in die Männlichkeit (warum ich nichts von mir hören lassen habe)

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Hallo Freunde!

Wir ihr vermutlich schon bemerkt habt, habe ich noch nichts auf meinem Blog über meine Reise veröffentlicht und nur spärlich auf Instagram (ohhh_daniel) gepostet, und das hat einen guten Grund.

Am dritten Tag meiner Reise habe ich einen Mann namens Karsten getroffen, welcher meiner Seite seit kurzem folgt und mich in seinem Haus am Franz-Felix-See nahe Münster begrüßt hat und mich dort die Nacht übernachten ließ. Bisher war dies eins der einflussreichsten Treffen meiner Reise. Er sagte nicht viel, doch jeder Satz, den er aussprach, kam aus der Weisheit seiner eigenen Erfahrung.

Es war der Abend an dem ich bei ihm ankam, wir saßen in seinem Garten und genoßen die milde Nacht. Nach einer Weile tiefer Stille ging ich ins Haus, um mehr Essen zu holen – ich öffnete die Tür und bevor die Tür sich wieder schloß, hörte ich ihn etwas leise sagen, fast als ob er es zu sich selbst sagen würde: „Pack‘ dir den Tag nicht so voll.

In diesem Moment versuchte ich so zu tun, als ob ich nichts gehört hatte und versuchte das Gesagte wieder zu vergessen, doch wie du vermutlich selbst erfahren hast, geht etwas nicht weg, wenn man versucht es zu ignorieren, somit sank es langsam ein und nach ein paar Minuten war es wieder in meinem Unterbewusstsein verschwunden.

Wenn du mich persönlich kennst oder meiner Arbeit im Internet folgst, weißt du vermutlich, dass ich ein Mensch mit Visionen bin. Mittelmäßigkeit ist keine Möglichkeit mehr für mich und ich danach strebe, das volle Potential zu entfalten, was mir in dieser Lebenszeit gegeben wurde. Doch mit Visionen kommen Erwartungen, und ich hatte eine Menge davon, vor allem an mich selbst.

Eins der Dinge, die ich tat (und immer noch in kleinerem Umfang tue) ist neue Rituale für meinen Tag zu planen.
Meditiere jeden Tag. Lese jeden Tag. Schreibe jeden Tag einen Blog-Post über deine Reise. Mach‘ regelmäßige Instagram-Updates. Mach‘ jeden Tag Video-Sequenzen von deiner Reise. Und somit sammelten sich die Pläne und mit ihnen die Erwarten an mich selbst.

Natürlich war es kaum möglich, all diese Dinge zu tun und immer noch offen für neue Momente und Erfahrungen zu sein, die sich in der geplanten Zeit außerhalb der Rituale befanden.

Am nächsten Tag gingen wir im See schwimmen, welcher direkt um die Ecke lag, als er auf das zurückkam, was er am Vorabend gewispert hatte. Dieses mal traf es mich tief und ich ließ es zu. „Du musst das Leben, das du geplant hast, aufgeben, damit du das Leben führen kannst, das auf dich wartet.“ Dieses Zitat fasst die Realisierung zusammen, die ich an diesem Tag hatte und welche im Nachhinein noch klarer wurde.

So wie es eine äußere Reise in neue Gebiete ist, ist es auch eine innere Reise in neue Gebiete meines Bewusstseins, in meine Ängste und Träume, Erwartungen und Enthüllungen. Und an dem Punkt an dem ich stehe, ist es Zeit einzutauchen. Ich habe viel geteilt und ich werde weiter teilen, denn dafür bin ich hierher gekommen. Doch diese Reise ist einzig und allein meiner eigenen Ent-wicklung gewidmet.

Was heißt das konkret? Ich werde keine Blog-Posts während der Reise schreiben, dafür aber alle paar Tage ein kurzes Update auf meinem Instagram-Account (ohhh_daniel) und hier geben.
Die Video- und Audioinhalte, welche ich unterwegs sammle, werden zu den Wurzeln eines neuen Baums der Kreativität, welchen ich NACH meiner Pilgerschaft pflanzen werde.

An alle die, die sich fragen, wie es mir auf meinem Weg ergeht? Weder gut noch schlecht, sondern etwas dahinter, was sich in mir entfaltet. Ich traf bereits wundervolle Menschen, welche mir alle ein Geschenk zu geben hatten so wie ich eines für sie mit mir trug und ich bin bereits emotionale Achterbahnen durchlaufen. Ich hatte sonnige Tage voller Energie und regnerische, bewölkte Tage, welche meine Ausdauer und Zielstrebigkeit testeten.

Gestern bin ich in Trelleborg angekommen und beginne nun den zweiten Teil meiner Reise, welcher mich in ein neues Land führt: Schweden.

Ich wünsche euch einen Tag, der euch ein wenig mehr lebendig macht, oder euch ein wenig mehr sterben lässt (je nachdem wie ihr darauf blicken wollt 😉 )

Zwischen den Welten [Teil 2] – Die Evolution des Bewusstseins

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(Bevor du diesen Text liest, empfehle ich dir den ersten Teil der Serie zu lesen)

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Nachdem ich den ersten „Zwischen den Welten“ Text veröffentlicht hatte, erreichten mich ungewöhnlich Nachrichten von Menschen, welche sich in dem Text wiederfanden und sich für meine Offenheit bedanken wollten.
Dies zeigt mir zum einen erneut, dass es sich lohnt sich zu öffnen und seine Schatten der Welt zu präsentieren. Über spirituelle Konzepte und Licht und Liebe zu schreiben ist wundervoll und hat seinen Platz, doch sich in die Dunkelheit zu begeben und seine Mitmenschen dort mit hin zu entführen, dass erfordert Mut und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Doch es lohnt sich. Und die Resonanz, die ich bekommen habe, zeigt mir, dass es genau die Richtung ist, die ich mit meinen Texten einschlagen will. Mein eigenes Leben mit meinen Mitmenschen zu teilen, wodurch nicht nur sie sondern auch ich profitieren können. Sich in anderen zu spiegeln ist die schnellste Methode, um Wachstum anzuregen.

Was mir die Resonanz jedoch auch zeigte, ist dass ich nicht der einzige bin, der sich zwischen den Welten befindet. Vor allem junge Leute mit denen ich schreibe und spreche fühlen sich oft schizophren. Und es ist mein fester Glaube, dass wir alle zu einem gewissen Grad schizophren sind. Wir alle haben verschiedene Persönlichkeiten in uns, die regelmäßig hervorkommen. Diese verändern sich mit dem Alter, aber auch mit den verschiedenen Situationen in denen du dich befindest. Im Fitnessstudio bist du ein anderer Mensch als im Theater. Mit deinen Freunden bist du ein anderer Mensch als mit deiner Familie. Und jeder, der dich auf eine dieser Persönlichkeiten festnageln will, hat nicht verstanden, dass du keine dieser Persönlichkeiten bist (zumindest nicht nur). Du bist ein Gestaltwandler, welcher sich durch verschiedene Persönlichkeiten ausdrückt.

Doch Menschen wollen, meist unbewusst, dich auf eine Persönlichkeit festnageln. Vor allem Menschen wie deine Eltern oder Freunde, die du schon dein Leben lang kennst, haben oft ein festes Bild von dir und projizieren dieses auf dich, wenn sie mit dir sind. Wenn du aus diesem Bild ausbrichst, welche sie in den Jahren in ihrem Kopf gezeichnet haben (der Grundstrich für dieses Bild wird Hirnforschern zufolge schon in den ersten Minuten mit einer Person gegeben), kommt es darauf an, wie offen sie selbst für Veränderung sind. Menschen, die sich nicht selbst begegnen und in einer ihrer Gestalten stagnieren, reagieren oftmals mit Verwirrung und sogar Wut, wenn du aus ihrem Bild ausbrechen willst.

Jedes Bild einer anderen Person von dir hat natürlich seinen ganz individuellen Anstrich, welcher mit Pinseln ihrer eigenen Weltsicht, ihrer eigenen Ängste und Vorlieben gemalt wurde. Doch die Farben mit denen diese Bilder gemalt wurden, werden zum Großteil von der Kultur in der du lebst vorgegeben, welche wiederum dem kollektiven Bewusstsein entspringt.

Doch es ist ein Wandel in genau diesem kollektiven Bewusstsein im Gange. Und die Dissonanz, die ich verspüre und auch du womöglich verspüren magst – dieses Gefühl zwischen den Welten zu schweben – ist nicht nur ein Produkt von den von mir im vorigen Teil erwähnten Schatten in dir, die hervorkommen wollen – diese Dissonanz geht noch tiefer. Sie ist ein Produkt des kollektiven Bewusstseinswandels.

„Zwischen den Welten“ ist nicht nur eine daher-gesagte Metapher. Wir sind buchstäblich in einer Übergangsphase in eine neue Welt. Welt ist in diesem Zusammenhang nicht (nur) physisch gemeint. Das Äußere wird sich verändern, ja. Aber die äußere Hülle ist nicht das ausschlaggebende in diesem Wandel. Das ausschlaggebende ist das Bewusstsein – wie wir diese Welt wahrnehmen. Und einhergehend mit diesem WIE, verwandelt sich auch das WAS.

Um dieses kollektive Bewusstsein und seine Entwicklung zu verstehen, machen wir nun eine kleine Reise in die Evolutionsgeschichte der Menschheit:

Wie alles begann

Uroboros Human Awakening Zwischen den Welten Evolution des BewusstseinsWenn wir Menschen an Evolution denken, sehen wir meist nur die äußeren Veränderungen. Einzeller verwandeln sich in Vielzeller, welche sich in die ersten Meeresbewohner verwandeln. Intelligentes Leben entwickelt sich. Wir kommen aus dem Meer ans Land, das Leben sprießt und gedeiht. Pflanzen und Tiere aller Art, Dinosaurier & Co., erweitern und formen das Kollektiv des Planeten. Dies ist die äußere Geschichte dieser Phase unserer Evolution. Doch sie zeigt auch eine klare Evolution des Bewusstseins. Was diese lange Phase prägt, ist die Tatsache, dass die Welt in dieser Phase ist. Die Welt ist, es gibt aber noch keine Lebewesen, die dieses Sein bewusst erfahren, da sich noch keine Selbst-Reflektion ent-wickelt (achte auf das Wort) hat. Das Leben ist, es gibt jedoch nichts separates davon, welches dieses Leben erfährt. Diese Phase ist prä-mental und prä-ego. In vielen Kulturen wird diese prä-mentale Phase, welche den Grundstein für unsere Selbst-Erfahrung legt, mit dem Uroboros symbolisiert – der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Ken Wilber nennt diese Phase deswegen auch die „uroborische“ Phase. Doch dort war nicht Schluss. Denn was ist Leben wert, wenn niemand da ist, um es zu erfahren.

Und nun sind wir am Urgrund unserer Existenz angekommen. Die Selbsterfahrung. Im Buch Gespräche mit Gott wird diese Tatsache sehr klar beschrieben: Am Anfang war das Nichts; unendliche, unbegrenzte Liebe; Gott. Doch was bringt einem alle Schönheit und Ekstase der Welt, was bringt es einem etwas zu sein, wenn es nichts gibt, was man nicht ist? Also erschuf er/sie/es einen Erfahrungsraum, indem er/sie/es sich selbst erfahren kann. (Die Vergangenheitsform ist in diesem Fall unpassend, da es in diesem Urzustand (bzw. Reich Gottes) keine Begrenzungen gibt, weder Zeit noch Raum, es gibt nur das Jetzt. Daher erschuf er nicht, sondern erschafft er in diesem Moment das gesamte Universum.) Dies war die Schöpfung der Matrix, das Beißen Adams in die Frucht des Wissens von Gut und Böse, das Versteckspiel Brahman’s in Maya oder der Urknall, je nachdem welche Symbolik du nehmen willst. In diesem Moment kam auch die Dualität in die Existenz, um Selbst-Erfahrung zu ermöglichen. Denn ohne Dunkelheit gibt es keine Erfahrung von Licht und ohne Angst gibt es keine Erfahrung von Liebe.
Wichtig ist, dass du verstehst, dass all das vor deinen Augen geschaffen wurde, um die Selbst-Erfahrung Gottes durch dich zu ermöglichen. JA, du bist so wichtig!

Doch zurück zur Evolution, denn die nächste Evolutionsstufe stand an: Die Trennung des Körpers von der Materie.

Das Erwachen des Typhons

Wie ist immer noch nicht 100% klar, doch ich nehme nun einfach mal die offizielle Version, das wie ist in diesem Fall eh nicht das Entscheidende, sondern welches Bewusstsein dem ganzen zugrunde lag.
Aus den Affen entwickelten sich die ersten Vorfahren von uns und die Entwicklung des Egos wurde in Gang gesetzt. Der erste Schritt in diesem Prozess der Trennung zwischen Subjekt und Objekt war die körperliche Trennung von der Natur. Das erste Mal (zumindest nach unserer heutigen Geschichtsaufzeichnung) erfuhr sich ein Lebewesen auf der Erde als getrennt von seiner Außenwelt. Ken Wilber nennt diese Phase in seinem Buch Halbzeit der Evolution die „magisch-typhonische“ Phase der Evolution des menschlichen Bewusstseins.

Der Typhon ist in der griechischen Mythologie das Kind der Erdgöttin Gaia. Halb Mensch, halb Schlange, soll er so groß gewesen sein, dass er oft gegen die Sterne stieß und seine Arme vom Sonnenaufgang zum Sonnenuntergang strecken konnte. Wie man sehen kann, befand auch der Typhon sich zwischen den Welten. Zur Hälfte war er noch Teil der natürlichen, undifferenzierten Welt der Uroboros-Schlange, und zur anderen Hälfte war er ein Mensch, getrennt und differenziert von seiner Außenwelt. Dieses vermischte Bewusstsein zwischen Tier und Mensch war auch in der Zeichnung des „Hexenmeister mit Musikbogen“ in der Drei-Brüder-Höhle in Südfrankreich zu sehen, welche eine der ältesten menschlichen Zeichnungen überhaupt darstellt:

Hexenmeister mit Musikbogen Granger

Der magische Typhon löst sich langsam von der naturischen Welt und seine Aufmerksamkeit zentriert sich mehr und mehr auf sich selbst – ein Subjekt bzw. ein Ich-Bewusstsein entsteht. Doch kann er noch nicht rational denken und hat noch kein wirkliches Ego aufgebaut. Sein Bewusstsein ist magisch verflochten mit seiner Außenwelt. Jean Gebser beschreibt das Bewusstsein der ersten Menschen so:

„Jeder Punkt, sei er real oder irreal, sei er kausal oder nur symbolisch in das Ganze eingebunden, wird nicht nur mit jedem anderen Punkt verbunden, sondern damit identifiziert. Ein Punkt kann mit voller Validität und Effektivität den Platz eines anderen Punktes einnehmen. Die magische Welt ist daher auch eine Welt des „pars pro toto“, in welcher das Teil für das Ganze stehen kann und es auch tut.“

Warum aber magisch? Dies beschreibt Professor Mickunas wie folgt: „Die Welt mit seinen Objekten und Geschehnissen ist mit vitalen und magischen Kräften geladen; auch der Mensch ist mit diesen Kräften geladen. […] Innerhalb des magischen Kontinuums ist jeder Punkt (oder Person oder Ding) austauschbar mit jedem anderen, sodass diese Effekte erfahren werden können, und konstituieren so die Basis für Magie.“

Nicht ohne Grund waren die dominanten Rituale zu dieser Zeit Voodoo-Rituale, in welchen Symbol und wahre Gestalt eins sind: „Ein Mann (in primitiven Jagd-Riten), malt das Tier in den Sand vor Sonnenaufgang, und wenn die ersten Sonnenstrahlen die Zeichnung berühren, schießt er einen Pfeil in die Zeichnung, wodurch er das Tier tötet; „später“ erlegt er das Tier und führt einen rituellen Tanz am Abend durch. All diese Handlungen und Events sind eins – identisch, nicht symbolisch. Zwischen dem gejagten Tier und dem Willen des Jägers bestand ein magischer Rapport.“

Diese magische Stufe des Bewusstseins kann mit Sigmund Freud’s „Primärprozess“ verglichen werden. Hier ein paar Auszüge aus Wikipedia zum Primärprozess: „[Ein Schritt in der] psychischen Entwicklung ist auch die Ausbildung eines eigenen Körperschemas und damit die Trennung zwischen einer Innen- und Außenwelt.“
„Von Primärprozessen wird die frühe Kindheit ganz erfüllt, später sind diese Vorgänge hauptsächlich in Träumen, Phantasievorstellungen und Tagträumen anzutreffen.“

Diese magische verwobene Sichtweise des Primärprozesses ist in einer weiteren Zeichnung in der Drei-Brüder-Höhle zu sehen:
Drei-Brüder-Höhle Zeichnungen Human Awakening Daniel Schröer

All das zeigt uns nicht nur, dass sich unser Bewusstsein stufenweise und sehr differenziert entwickelt hat, es zeigt uns auch, dass nicht nur das Kollektiv diese Bewusstseinsstufen durchgangen ist, sondern dass diese Bewusstseinsstufen in jedem Menschen existieren und im Leben durchlaufen werden. Nachdem das Kind geboren wurde, ist es immer noch eins mit seiner Umwelt, eins mit der naturischen uroborischen Welt. Es gibt noch keine Selbst-Reflektion. Dann im 2. -3. Lebensjahr fängt das Kind an ein „Ich“ zu entwickeln. Der Primärprozess tritt in Kraft und der Typhon erwacht zum Leben. Auch die nächsten Stufen, welche die Menschheit als Kollektiv durchlaufen ist, werden vom Menschen durchlaufen, in unserer heutigen Gesellschaft endet diese Entwicklung meist in der mental-egoischen Stufe, in welcher sich die Menschheit momentan noch befindet. Wir durchlaufen eine Phase (als Kollektiv und als Individuum) also nicht nur und streifen sie dann wieder ab, sondern wir integrieren sie. Jene Stufe, welche momentan erfahren wird, ist Teil des Bewusstseins, während jede transzendierte Stufe Teil des Unterbewusstseins wird. Die gesamte Menschheitsgeschichte ist in uns und ist für uns passiert: Das animalische, das magische, das pranische, das mentale, usw. Die Menschen in früheren Generationen durchliefen und transzendierten neue Bewusstseinsstufen, um an diesen Punkt der Evolution (und somit diese Art und Weise wie Gott sich selbst erfährt) zu gelangen und wir transzendieren neue Bewusstseinsstufen für zukünftige Generationen. Alles ist verbunden und miteinander verwoben. Selbst die Chakrenlehre passt perfekt zu den verschiedenen Evolutionsstufen des kollektiven menschlischen Bewusstseins, dies nun zu erläutern würde jedoch den Rahmen dieses Textes sprengen.

Wie bereits beschrieben ist das Kollektiv momentan in der mental-egoischen Phase, jedoch gab es in Vergangenheit und Gegenwart Individuen (vor allem im Osten), welche sich vom kollektiven Bewusstsein trennten und höhere Bewusstseinsstufen erlangten, welche teilweise in der berüchtigten „Erleuchtung“ resultierte, in welcher das Individuum direkt realisiert und erfährt, dass die Trennung zwischen Subjekt und Objekt eine Illusion ist und dass alle Form einer einzigen Ursprungsquelle entspringt und dass diese Quelle unser wahres Wesen ist. Der Unterschied zur uroborischen Einheit ist in diesem Fall, dass diese Einheit nicht unbewusst ist, sondern super-bewusst. Das bewusste Wesen ist den Kreislauf des Lebens durchlaufen und an seine Quelle zurückgekehrt.

Willst du Mitglied werden?

Vor ca. 12.000 Jahren begann dann eine neue Stufe des menschlichen Bewusstseins, welche sich klar von den vorherigen unterschied, Wilber nennt diese „mythisch-Mitgliedschaft“ (engl.: mythic-membership). In dieser Phase entwickelte sich der frühe Geist (engl.: early mind) im Menschen, und eine Entdeckung war ausschlaggebend für die Entwicklung dieser neuen Phase: die Landwirtschaft.

Noch nie zuvor konnte die Menschheit solch einen großen Sprung in solch einer kurzen Zeit machen, wie mit der Entdeckung und Nutzung der Landwirtschaft. Die unmittelbaren Vorteile sind offensichtlich: Sicherheit ist gewährleistet und die Menschen sind nicht mehr abhängig vom „jagen und sammeln“. Durch die neugefundene Sicherheit der Landwirtschaft, formten sich aus den vorherigen kleinen Menschengruppen, welche zusammen jagten und lebten, langsam Dörfer, dann Städte. Die Phase der „Mitgliedschaft“ begann, in welcher der Mensch nun lernte, mit anderen Menschen zusammenzuleben und eine bestimmte Rolle in der Gesellschaft einzunehmen (die ersten Bilder wurden in den Köpfen gemalt :P). Ca 7000 v. Chr. waren mehrere kleine Städte im nahen Osten entstanden, welche sich in Folge auf bis zu 10.000 Bewohner ausbreiteten. In der Periode von 4500 – 1000 v. Chr. kamen florierten nun die großen klassischen Zivilisationen der hierarchischen Stast-Staaten, Theokratien und Dynastien: allen voran die Ägypter und Sumerer. Doch diese äußeren Veränderungen waren nicht das ausschlaggebende in diesem neuen Zeitalter.

Mit der Landwirtschaft kam nämlich nicht nur die neugefundene Sicherheit und die Bildung größerer Mitgliedschaften, sondern auch etwas, was für uns heutzutage selbstverständlich ist: das Bewusstsein von Zeit. In der uroborischen Phase gab es noch keinen Geist, welcher Zeit wahrnehmen konnte, die Welt war einfach nur, jetzt. Zwar trennte sich der Körper in der typhonischen Phase langsam von der Außenwelt, doch war das Bewusstsein von Zeit sehr wahrscheinlich noch nicht vorhanden, wenn überhaupt nur begrenzt auf ein ausgeweitetes Jetzt. Ob die Landwirtschaft mit der Entwicklung des Zeit-Bewusstseins oder das Zeit-Bewusstsein mit der Entwicklung der Landwirtschaft kam, ist ungeklärt. (War das Huhn oder das Ei zuerst da? Meine Antwort ist keins von beidem. Da Bewusstsein und Form aus einer zeitlosen, grenzenlosen Quelle entspringen, entwickeln sich die inneren und äußeren Welten simultan und keins von beidem ist Ursache noch Wirkung.)
Klar ist, dass die Menschen durch die Landwirtschaft dieses neue Zeitbewusstsein kultivieren konnten. Um effektiv anzubauen, ist es notwendig in die Zukunft zu schauen: die Samen müssen zur richtigen Zeit ausgesät werden, die Erde muss umgegraben werden, etc. Die Menschen mussten in Zyklen denken und sich den Jahreszeiten anpassen. Im Gegensatz zu unserem heutigen dominierenden Zeitverständnis, in welchem Zeit meist auf einem Zahlenstrahl von A nach B dargestellt wird, sah das damalige Zeit-Bewusstsein die Zeit als zyklisch.

Mit der Entwicklung eines neuen Zeit-Bewusstseins kam auch die Entwicklung der Sprache einher, nach Piaget ist die Sprache das große Vehikel der Zeit und zeitlicher Repräsentation. „Mit Hilfe der Sprache kann ein Geschehnis bzw. eine Serie von Geschehnissen symbolisch repräsentiert werden und jenseits des gegenwärtigen Momentes projiziert werden. Sprache ist das Mittel in der nicht-gegenwärtigen Welt zu handeln.“ „Das neue Mitgliedschafts-Selbst war ein verbales Selbst. Da Sprache die Gegenwart transzendiert, konnte das neue Selbst den Körper transzendieren. Da Sprache das Gegebene transzendiert, konnte das neue Selbst ins Morgen schauen. Und da Sprache das physische transzendieren konnte, konnte es physische Objekte mit mentalen Symbolen repräsentieren.“ -Ken Wilber

Durch immer effizientere Anbautechniken gab es schon bald einen Überschuss in Gütern, und genau dieser Überschuss ermöglichte es der Menschheit sich auf eine neue Ebene zu begeben. Da das Bewusstsein sich nicht mehr nur mit der Nahrungsproduktion beschäftigen musste, wurde es frei für neue, spezialisierte Aufgaben: die Entwicklung der Mathematik, der Kalender, das Alphabet und die Schrift, etc.; neue Klassen (Priester, Könige, Kaufleute, Bauern) entwickelten sich.

Man kann dieses Verhalten ebenfalls in der maslowschen Bedürfnishierarchie beobachten:

Bedürfnishierarchie nach Maslow Psychologie Human Wakening

Da der Mensch durch die Überschusse in der Landwirtschaft seine physiologischen- und Sicherheitsbedürfnisse befriedigen konnte, konnte er einen Schritt nach oben in der Hierarchie machen, in die Stufe der sozialen Bedürfnisse wie Gemeinschaft, Mitgliedschaft und Zugehörigkeit.

„Wenn das neue Landwirtschafts-Bewusstsein diese neuen Überschüsse nur physisch durch den Raum bewegen konnte, hätte es den Großteil der neugewonnenen Zeit damit verbringen müssen, diese Güter manuell vom einen zum anderen Ort zu bringen. Also brauchte es eine mentale Form des materiellen Transfers, eine schnelle und superorganische Art des Transfers, eine symbolische Art des Transfers, und dies war Geld.
Mit Geld konnte die Menschheit eine spezifische Menge an materiellen Gütern symbolisieren und dann, anstatt diese physischen Güter von Stadt zu Stadt zu schleppen, in vielen Fällen stattdessen einfach die Symbole dieser physischen Güter transferieren. In anderen Worten war Geld, als mentales Symbol, eine signifikante Transzendenz der physischen Welt, ein kleines aber unglaublich wichtiges Mittel der evolutionären Transzendenz; es war ein Weg in der physischen Ebene zu bewegen, zu transferieren und zu operieren, ohne dabei mit den Limitierungen der Ebene selbst in Konflikt zu kommen.“
Geld brachte neben dieser Transzendenz der physische Ebene auch etwas anderes mit sich: Macht. Geld ist Macht, kondensierte Macht. Mit Macht kommen Hierarchien. Und mit Hierarchien kommt auch die Ungerechtigkeit. Während in den vorherigen Stufen Ungerechtigkeit aufgrund fehlender Hierarchien kaum existierte, entwickelten sich nun verschiedene Klassen, unter denen der Reichtum in teilweise gigantischen Unterschieden verteilt war.

Lass mich noch eine Eigenschaft des Mitgliedschafts-Bewusstseins erläutern, bevor ich diesen Teil von „Zwischen den Welten“ beende: 

Am Anfang dieses Textes habe ich von Bildern gesprochen, welche die Menschen in ihrem Kopf von dir malen, und dass diese weitgehend von der jeweiligen Kultur abhängig sind. Dadurch, dass die Menschen nun in Städten von bis zu 50.000 Mann zusammenwohnten und in Hierarchien lebten, entwickelte sich jene (Mitgliedschafts-)Kultur, welche heute noch (in einer anderen Form) die Wahrnehmung und die daraus resultierende Handlung der meisten Menschen unbewusst bestimmt.

Mit der Entwicklung des Mitgliedschafts-Bewusstseins, kam ebenfalls die Mitgliedschafts-Wahrnehmung einher, welche von Carlos Castaneda wie folgt beschrieben wird:

„Jeder der mit einem Kind in Kontakt kommt, ist ein Lehrer, welcher ihm unaufhörlich die Welt beschreibt, bis das Kind in der Lage ist, die Welt so zu sehen, wie sie beschrieben wird. Wir haben keine Erinnerung an diesen unheilvollen Moment, ganz einfach weil niemand von uns jemals einen Referenzpunkt haben könnte, ihn mit irgendetwas anderem zu vergleichen. Realität, oder die Welt wie wir sie alle kennen, ist lediglich eine Beschreibung, ein unendlicher Fluss von Beschreibungen durch unsere Wahrnehmung, welche wir – die Individuen, welche eine bestimmte Mitgliedschaft miteinander teilen – gelernt haben gleich zu machen.“

Wo der Mensch vorher noch ein sehr unbearbeitetes und ungeformtes Wesen war, wird er nun durch die mit seiner Kultur geteilten Wahrnehmungen und Gefühle und ihm beschriebene Realitäten geformt. Die daraus resultierende (Mitgliedschafts-)Wahrnehmung ist eine weitgehend unbewusste Form von sozialer Kontrolle: Sobald ein Individuum auf eine der Realitäts-Beschreibungen reagiert, ist sein Verhalten bereits auf die entsprechende Beschreibung eingegrenzt. Die Farben werden vorgegeben, mit denen der Geist der Menschen seine Bilder malt. Dies hilft dabei eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen, es erschwert es dem Individuum jedoch enorm seine Individualität zu leben und sein Bewusstsein über die vorgegebenen Beschreibungen und Grenzen hinaus zu erweitern.

Und wieder können wir sehen, dass die beschriebene Entwicklung des Bewusstseins nicht nur damals kollektiv geschehen ist, sondern dass ein jeder Mensch diese Entwicklung heutzutage durchläuft. Von der unbewussten Einheit des Neugeborenen, zur langsamen Entwicklung des „Ich’s“ und der magischen Wahrnehmung des primären Prozesses, und langsam nimmt das Bewusstsein die Form der kollektiv geteilten Beschreibungen von der Welt an, welche sein Umfeld dominieren. Ab dieser Phase können wir uns nun auch an vergangene Situationen erinnern. Und da magische Wahrnehmung und die Wahrnehmung anderer (höherer) Bewusstseinsebenen nicht zur kollektiven Beschreibung der Welt gehört (außer in Teilen des Ostens, insbesondere Indiens), bewegt sich unser Bewusstsein hauptsächlich auf der körperlichen, der emotionalen und der mentalen Ebene.

Bis zum nächsten Teil

Wer sich näher für die Evolution des menschlichen Bewusstseins interessiert, dem kann ich Ken Wilber’s Buch Halbzeit der Evolution: Der Mensch auf dem Weg vom animalischen zum kosmischen Bewusstsein ans Herz legen, der Großteil der Konzepte und Ideen aus diesem Artikel stammen aus diesem Buch.

Nach Wilber durchläuft das Individuum sowie das Kollektiv Mensch „die große Kette der Wesen“: Materie → Körper → Geist → Seele → Spirit

Im nächsten Teil erläutere ich die Phase des menschlichen Bewusstsein’s in welcher wir uns momentan befinden und zeige dir, warum du nicht alleine bist, wenn du dich zwischen den Welten zerrissen fühlst.

Bis zum nächsten Teil,
Daniel

P.S.: Wenn du den ersten Teil noch nicht gelesen hast, kannst du dies hier nachholen.

Innerer Frieden -> Äußerer Frieden

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Was wir bisher getan haben, ist Symptome zu bekämpfen. Diese Symptome werden jedoch nur in anderen Formen wieder auftauchen, solange wir nicht aus ihnen lernen. Eine klare Lektion haben wir in all den Jahrtausenden nur selten wahrlich verstanden: Widerstand und der damit verbundene Kampf verstärkt das Problem nur, da du deine Aufmerksamkeit auf diejenige Sache richtest. Das heißt nicht du sollst wegschauen, das heißt auch nicht du sollst etwas gutheißen. Das heißt zu verstehen, zu lernen und dann mit den gesammelten Erfahrungen etwas besseres zu erschaffen. Wiederstände sind immer da, um zu lernen und sie werden solange bestehen, bis du die nötige Erfahrung gemacht hast, die für dein Wachstum nötig war.

Dein Ziel sollte es also sein, nicht nur deine äußere Welt aufzuräumen, sondern auch deine Innere. Erst aus einer Grundlage des Friedens kannst du die Dinge klar sehen und somit auch die richtigen Konsequenzen ziehen. Die Antwort kommt immer aus dem Inneren, denk daran: „Wenn ein Ei von Innen heraus zerstört wird, beginnt Leben. Wenn es von außen heraus zerstört wird, endet Leben.“

Alles was außen geschieht, weist auf einen Widerstand in dir selbst hin und alles was in deinem Inneren geschieht, wird sich in der äußeren Welt manifestieren. Der wahrlich erfüllte Mensch ist der, der die Balance zwischen Ruhe und Bewegung halten kann. Der im einen Moment voll lebt und liebt und im anderen Moment einfach nur still dasitzen kann. Der sich seine Welt erschafft und gleichzeitig loslässt und sich tragen lässt. Der sich im Äußeren erfährt, um dann im Inneren zu wachsen. Und so vertiefen sich deine Wurzeln in der Erde und deine Krone ragt gen Himmel empor.

Die ganze Welt ist eine Balance zwischen Ruhe und Bewegung. Zwischen Nacht und Tag. Zwischen weiblich und männlich. Zwischen leer und voll. Passe dich diesem natürlichen Rhythmus wieder an und dein Leben wird ohne Widerstand dahinfließen.

Zwischen den Welten [Teil 1] – Gespalten durch die Kultur

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Seitdem ich von meiner Reise auf der anderen Seite des Globus wiedergekehrt bin, fühle ich mich gespalten. Auf der einen Seite ist die Person, welche Risiken eingeht, welche von dem wahren Weg gekostet hat, der vor ihr liegt, eine Person, die Weise ist und welche mit Schweiß und Herzblut dem nachgeht, wonach ihr Herz sie ruft, eine Person, welche eine tiefe Verbindung mit ihrer Seele hat.

Doch dann kam ich wieder und wurde in die Kultur hineingesaugt. Ich will keine Ausreden machen oder meine Verantwortung abgeben, denn ich ließ mich in die Kultur saugen, insbesondere die negativen Seiten unserer Kultur. Und nun ist mir klargeworden, dass dies passieren musste. Ich musste in die Kultur hineingesaugt werden, da es eindeutig Teile von mir gibt, welche im Schatten meines Lebens lagen und nun wieder an die Oberfläche kamen. Eine andere Seite von mir trat hervor, welche eine Person ist, die Angst hat neue Dinge auszuprobieren, welche faul ist und die Komfortzone liebt, die sie für sich kreiert hat.

Torn Between Head And Heart Human Awakening Daniel Schröer

Ein neues Kapitel begann

Ich erinnere mich immer noch sehr klar an den Tag, an dem ich wiederkam. Ich besuchte einen guten Freund von mir, welchen ich seit der ersten Klasse kenne und mit welchem ich damals Wach Auf gegründet hatte. Als ich mit ihm am Telefon sprach, erzählte er mir, dass er mit ein paar Freunden in der Garage von einem der Jungs chillte, welcher ein Haus von seiner Großmutter geerbt hatte und nun die Garage zu einem Ort umfunktioniert hatte, wo er und seine Freunde abhängen konnten.

Also fuhr ich mit meinem Fahrrad (welches ich enorm vermisst hatte :D) dorthin. Ich fühlte mich super und ich strotze nur so vor Energie, welche ich durch die transformierenden Erfahrungen in Australien, Neuseeland und Thailand gesammelt hatte. Nicht nur Erfahrungen hatte ich gesammelt, aber die gesamte Energie in diesen Ländern hatte einen tiefen Eindruck auf mich hinterlassen. Als ich ankam, stellte ich mein Fahrrad am Fahrradständer ab und ging Richtung Tür, öffnete sie mit meiner rechten Hand und betrat die Garage. Was dann geschah, war – wenn ich nun in Retrospektive darauf blicke – wie eine Initiation. Das Betreten der Garage war nicht nur das Betreten der Garage, es war das Betreten eines neuen Kapitels im Buch meines Lebens.

Ich trat also in den Raum hinein, drehte mich nach rechts und sah sie dort abhängen, sie redeten und ein Joint machte die Runde. Nichts außergewöhnliches. Doch nicht was sie taten war der Grund für ein komisches Gefühl, dass sich plötzlich in mir ausbreitete, es war die gesamte Energie der Situation. Es fühlte sich an, als ob eine Glühbirne gerade einen komplett schwarzen Raum betreten hatte. Eine Dissonanz war zu spüren, welche Spannung in mir aufbaute. Natürlich war ich glücklich und dankbar, meinen Freund endlich wieder zu sehen und auch die anderen Leute waren nicht unfreundlich. Und doch war da eine Dissonanz. Eine Dissonanz, welche ich bereits den Tag davor gespürt hatte, als ich, nachdem das letzte Flugzeug auf meiner Reise nach 30 Stunden endlich auf deutschem Boden ansetzte und ich in den Düsseldorfer Flughafen ging; als ich die Bahn betrat um nach einem Jahr der Transformation wieder nach Hause zu kommen. Es war wie eine dicke Schicht aus Wolken, welche die Menschen voneinander und vor allem von sich ihrem authentischen Ausdruck trennte. Die dunklen Aspekte der deutschen Kultur personifiziert: Distanz, Kälte und Kopf-Dominanz.

Ich blieb ein wenig in der Garage, doch um ehrlich zu sein, konnte ich nicht lange bleiben. Es kam mir vor, als ob jede weitere Minute die ich in der Garage blieb, mir mehr und mehr Energie wegsog. Nach ca. einer Stunde ging ich wieder und ich fühlte eine große Erleichterung, als ich sich meine Lungen wieder mit frischer Luft füllten.

Doch als ich wieder nach Hause fuhr, ging etwas nicht aus meinem Kopf, ein großes „FUCK, der negative Schleier von Wolken in diesem Land hat sich sogar noch mehr verdichtet. Ich weiß wirklich nicht, ob ich mein Leben hier verbringen will.“ Sicherlich betrifft diese Negativität nicht jeden und es gibt Menschen und Orte, wo Kreativität und die Leidenschaft fürs Leben dominieren, doch mein allgemeiner Eindruck verfestigte sich in den folgenden Tagen und Wochen nach meiner Wiederkehr.

Ich fiel in das Loch, welches sich auftat

Aufgrund dieser Dissonanz, zog ich mich nach Innen zurück. Zum Glück hatte ich ein Ziel, sodass die Depression, welche im Winter folgte, mich nicht am lebendigen Leib auffraß. Ich arbeitete viel an meiner Webseite und daran, den Ball ins Rollen zu bringen, sodass ich Geld mit meiner Passion verdienen konnte, doch fing ich an, weniger rauszugehen und das nur mit Menschen, mit welchen ich wirklich resonierte, welche mich und meine tiefe Natur verstanden. Ich fing an mehr und mehr Zeit zuhause zu verbringen, und oftmals fiel ich in ein tiefes Loch. Um mich vom Loch abzulenken, das sich in mir auftat, verbrachte ich mehr Zeit im Internet, in einer Welt in der ich Menschen anschauen und zuhören konnte, welche mit ihren Emotionen im Einklang sind, welche Risiken in ihrem Leben gehen eine Leidenschaft haben, welche durch den Bildschirm strahlt und mein Herz berührt. Ich fühlte eine Verbindung, welche ich nur selten finden konnte, wenn ich durch die Straßen lief.

Und so verließ mich die Energie langsam, welche ich in einem Jahr Spaß und Sonnenschein gesammelt hatte. In Retrospektive weiß ich nun, dass dies geschehen musste, doch in dieser Zeit fühlte ich mich oftmals depressiv und war traurig darüber. Doch früher oder später wird es geschehen, jedes Mal, deine Frequenz passt sich an die Frequenz des Ortes an, in dem du lebst. Ich hatte jedoch ebenfalls Menschen wie Alan Watts, Elliott Hulse oder Ram Dass, oder meinen besten Freund Jonathan, welche meine Frequenz jedes Mal anhoben, wenn ich mit ihnen in Kontakt kam, sowie das Ventil für meine Kreativität – Schreiben – wodurch die leidenschaftlichen, weisen und inspirierenden Eigenschaften meines Herzens durchscheinen konnten.

Durch diese zwei verschiedenen Frequenzen, zwischen denen ich wechselte, fühlte ich mich gespalten. Gespalten zwischen meinem Herzen, welches nach Transzendenz und Leidenschaft gelüstet, und meinem Kopf, welcher Komfort wollte und Ausreden fand, meine Ziele immer weiter in die Zukunft zu verlegen und oftmals eine Barriere zu meinem Fortschritt darstellte.

Wie es kommen musste, aufgrund meiner inneren Dissonanz, verletzte ich mich und konnte nicht mal mehr wirklich Sport betreiben, welcher seit meiner Kindheit als Ventil für meine angestaute Energie und als Mittel diente, meine Schwingung und Laune anzuheben.

All das führte mich in eine dunkle Zeit meines Lebens, doch es führte mich auch nach innen. Da meine Energie von der Expression zur Depression zurückzog, konnte ich meine Zeit und Energie dazu nutzen, in meine Schatten einzutauchen. Durch diesen physischen Winter, welcher auch mein innerer Winter war, war ich schlussendlich in der Lage zu identifizieren was mich unten hält und den vollen Ausdruck Gottes durch mich blockiert. Ich fand heraus, dass es hauptsächlich meine männliche Seite (Animus) ist, an welcher ich arbeiten muss, wenn ich zu meinem vollen Potential in diesem Leben erwachen will. Dieser männlichen Seite fehlte: Disziplin, Durchhaltekraft, Entschiedenheit und Mut. Und all das entspringt einem einzigen Glaubenssatz: Ich bin nicht gut genug..

Der Personifikation meiner männlichen Seite, meinem Vater, fehlen diese Charaktereigenschaften ebenfalls, und seinem Vater ebenso, und dessen Vater wiederum auch. Die ganze Ahnenlinie meiner männlichen Seite wurde mit dieser Bürde einer unterdrückten männlichen Energie „verflucht“ und dies führt sich in mir fort. Ich weiß nicht, ob es wahr ist, doch ich mag glauben, dass es dies ist:

Es wird gesagt, dass wenn du die „Flüche“, welche deiner Ahnenlinie auferlegt wurden, auflöst, du nicht nur dich selbst befreist, sondern deine ganze Ahnenlinie, da deine Ahnenlinie eine Manifestation der gleichen Energie ist und sobald diese Manifestation verstanden und transzendiert wurde, wurde eine weitere Barriere durchbrochen, welche die Rückkehr zu Gott (Liebe, Christus-Bewusstsein, füge hier einen anderen Namen ein) blockierte.

Folgendes will ich mit meiner Geschichte ausdrücken:

Du magst dich manchmal gespalten, depressiv und kraftlos fühlen. Du magst dich manchmal fühlen, als ob du nicht in deine Umgebung passt und eine subtile Dissonanz dich nicht verlassen mag. Doch das Leben zeigte mir, dass es immer gleich funktioniert. Du fällst in die Dunkelheit, damit du deine Schatten treffen und identifizieren kannst. In meinem Fall war es die Schattenseite meiner männlichen Energie (besonders die des Krieger-Archetypen: der Feigling), welcher sich in und um mich herum manifestierte.

Es gibt immer, immer etwas, was gesehen werden will in den dunklen Zeiten deines Lebens. Und nicht mehr wegzurennen und ihm in die Augen zu schauen ist der erste Schritt.

Jetzt bin ich mehr als dankbar für diese Dunkelperiode, welche ich seit meiner Wiederkehr hatte und ich weiß endlich, in welche Richtung die nächste Periode in meinem Leben verläuft. Für mich hat der Weg zur wahren Männlichkeit begonnen.

Manchmal musst du gespalten werden, um als neue und stärkere Version deiner Selbst wieder zusammengesetzt zu werden.

→Hier geht’s zu Teil 2

Das Spiel des Lebens

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Nimm das Leben nicht zu ernst, sehe es als das Spiel, das es ist. Liebe, lache und tu‘ etwas, um die Welt zu einem besseren Platz zu machen. Zeig‘ auch den anderen Menschen, dass trotz all dem augenscheinlichen Leid und der Ungerechtigkeit es trotzdem nur ein Spiel ist. Und am Ende wird alles in Ordnung sein. Wir sind aus der Unendlichkeit, der Ursprungsenergie gekommen und dort werden wir wieder zurück kehren. Alles auf dieser Erde ist temporär, auch der Schmerz, auch wenn es dir manchmal so vorkommen mag, als würde er nie wieder vergehen. Das soll nicht heißen, dass du nicht etwas für eine gerechtere und liebevollere Welt tun sollst, aber verstehe, dass das Leben nur ein Spiel ist, es gibt wirklich keinen Grund wütend zu sein. Mit Angst und der damit verbundenen Wut wirst du niemals diesen Planeten zu einem besseren Ort machen können. Das schafft nur die Liebe.

Und denk‘ dran, dass du jederzeit das Spiel verändern kannst. Du hast in jedem Moment die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Spieleinstellungen: Liebe oder Angst. Beide Einstellungen haben ihre Reize und beide müssen erlebt worden sein, um das Spiel voll und ganz verstehen und erfahren zu können, doch im Endeffekt ist Liebe die einzige Einstellung, die je wirklich existiert hat. Angst ist nur die Abwesenheit von Liebe. Genau so wie Kälte nur die Abwesenheit von Wärme und Dunkelheit nur die Abwesenheit von Licht ist. Deswegen ist die Beschreibung der Welt als eine Dualität nur teilweise zutreffend. Im Endeffekt gibt es nur dieses eine: Liebe, die Ursprungsenergie, Gott! Doch die Angst ist notwendig, genau so wie die Dunkelheit und die Kälte notwendig ist. Ohne einen Gegenpol wäre das Leben sinnlos. Wir müssen erst Alles-was-nicht-ist erfahren haben, um Alles-was-ist in vollen Zügen genießen zu können.

Dies ist die Wurzel von allem. Wenn du tief genug gräbst, wirst du immer auf die Liebe stoßen. Jeder von euch ist auf einem anderen Weg und auf einem anderen „Level“, wenn man wieder auf das Spiel zurückkommen will. Erfahrt so viel ihr nur könnt, darum seid ihr hier! Doch behaltet immer im Hinterkopf: Das ganze ist nur ein Spiel. Und am Ende wird alles in Ordnung sein, denn es ist schon in Ordnung.

Realität ist nicht richtig oder falsch – Realität IST!

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Eine der kraftvollsten Realisierungen in meinem Leben war, dass richtig und falsch keine realen Eigenschaften sind. Sie sind wie eine verdunkelte Brille, welche uns die Geschehnisse in unserem Leben aus einer durch Wertungen gefilterten Perspektive betrachten lässt. Das Fatale ist, dass die meisten Menschen nicht merken, dass sie den ganzen Tag eine unsichtbare Brille tragen, welche sie an der vollen Sicht dessen hindert, was direkt vor ihren Augen liegt.

Mit jedem richtig kommt ein falsch und mit jedem falsch kommt ein richtig. Wenn wir diese Benennungen von Geschehnissen – die einfach sind – jedoch als unantastbare Wahrheiten ansehen, können wir schnell manipuliert und in unserer Sichtweise getrübt werden, da unsere Handlungen und Überzeugungen nicht aus unserer eigenen Erkenntnis heraus entstanden sind, sondern aus der Feststellung eines Anderen darüber, wie die Welt sei.

Die Welt ist jedoch nicht schwarz und weiß, sie ist. Das Leben ist ein einziger Organismus, welcher sich in fraktalen Strukturen in den Mikrokosmos sowie in den Makrokosmos ins Unendliche ausbreitet. Es lässt sich nicht eingrenzen, denn jeder Versuch den du unternimmst, um das Leben zu benennen und zu definieren, wird hoffnungslos scheitern, da du in dem Moment in dem du es definierst, eine gegen unendlich gehende Anzahl an Faktoren vernachlässigen musst. Wenn du etwas definieren willst, musst du es vom Rest seiner Umwelt abkapseln. Doch umso mehr du die wahre Natur der Dinge erforschst, merkst du, dass nichts ohne seine Umwelt bestehen kann.

Wenn du den Baum „Baum“ nennst, implizierst du gleichzeitig damit, dass es etwas gibt, was der Baum nicht ist. Du musst einen Anfang und ein Ende des Baumes definieren.  Doch dies ist eine Aufgabe, die nicht zu schaffen ist. Der Baum erhält Nährstoffe aus dem Boden, welcher durch die Aktivitäten der im Boden lebenden Mikroorganismen fruchtbar gemacht wird. Dieser Satz suggeriert, dass es mehrere voneinander getrennte Entitäten gibt, welche sich Baum, Boden und Mikroorganismen nennen.

Doch kannst du niemals das eine vollständig beschreiben, ohne auch seine „Umwelt“ zu beschreiben. Du könntest den Baum nicht ohne den Boden beschreiben, in welchem er gedeiht. Du könntest den Boden nicht ohne die Mikroorganismen beschreiben. Du könntest einen Mikroorganismus nicht ohne seine Zellen beschreiben. Du könntest die Zellen nicht ohne Atome beschreiben. Atome nicht ohne Subatomare Partikel. Subatomare Partikel nicht ohne Energie.

Du könntest das Gleiche bis zu Galaxien und Universen machen. Das Eine kann nicht vollständig definiert werden, ohne alles andere zu beschreiben, mit dem es interagiert. Und das da es in jedem Moment mit allem anderen in der Existenz interagiert, kannst du es nicht von diesen anderen Faktoren abgrenzen.

Sie alle existieren in Relation zueinander, sie implizieren sich gegenseitig und sind somit in einem ewigen Fluss. Sie sind eins.

Die Aufgabe diesen ewigen und unendlichen Fluss von Energie einzufangen und in ein Konstrukt aus Symbolen (Wertungen, Worte, Zahlen, Bilder) zu pressen, gleicht der Quadratur des Kreises. Sobald du versuchst den Moment einzufangen hast du ihn schon wieder verloren, denn das worauf du schaust ist schon wieder Vergangenheit und hat sich bereits wieder gewandelt und ist mit anderem verschmolzen. Viele Menschen versuchen ein Leben lang, das Leben in diese Konstrukte des Verstandes hineinzupressen.

Ich hoffe du siehst jetzt, es ist nicht möglich die Wahrheit über ein Ereignis herauszufinden, da es nicht möglich ist, die Wahrheit zu definieren.

Alan Watts Zitat Wahrheit defnieren Human Awakening Daniel Schröer

Die einzige sichere Aussage, die du über das Ereignis treffen kannst, ist dass es ist. Und es ist passiert, damit du genau jetzt genau an diesem Ort diese Erfahrung machen kannst. Woher ich dies weiß? Weil es so ist! Es sollte so passieren, weil es so ist! Wenn es geschehen ist, sollte es so geschehen, denn es ist geschehen… sonst wäre es nicht geschehen!

Verstehst du? Jedes Ereignis in deinem Leben ist so passiert, um dich zu diesem jetzigen Moment zu führen. Und der einzig nötige Beweis dafür ist, dass es so passiert ist.

Das heißt du kannst durchatmen, die Wertungen abstreifen und mit einem nackten Geist durch die Straßen rennen, denn alles was geschieht, geschieht weil es geschieht, und somit gibt es keinen Grund zur Sorge.

Du hast natürlich immer noch die freie Wahl das Geschehene zu bewerten. Du kannst sagen, dass es falsch war, dass du in der Schule gemobbt wurdest oder dass du die attraktive Frau damals nicht angesprochen hast. Doch ändert dies nicht auch nur einen Hauch daran, dass es geschehen ist.

Wie wäre es mit Akzeptanz? Die absolute Akzeptanz von allem Vergangenen. Die Akzeptanz deiner Vergangenheit. Die Akzeptanz unserer Vergangenheit als Menschheit – mitsamt allen Hitlers, Stalins und Mussolinis, allen Hexenverbrennungen, Kreuzzügen, Atombomben und Rohstoffkriegen. Und mit jedem akzeptierten Teil von dir, wird die Brille durch die du die Welt siehst etwas klarer, es wird neue Energie frei, die auf das Jetzt gerichtet werden kann. Denn selbst die benannten vergangenen Dinge sind dem Jetzt entsprungen. Und die einzige Möglichkeit jemals irgendwas zu verändern, besteht darin es jetzt zu verändern.

"Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns." -Rumi Human Awakening Wach Auf Daniel Schröer