Je höher man fliegt, desto tiefer kann man fallen. Und ich bin gefallen. Tief.
Bei meiner Geburt aus Eden. Vor kurzem aus meinem Bild von Eden.
 
Langsam spüre ich den Boden unter den Füßen wieder.
 
Das ist das gefährliche an sogenannter Spiritualität: Genau so wie sie dich befreien kann, kann sie dich einkerkern.
 
Anstatt dich von Illusionen zu befreien, kreiert sie neue, „höhere“ Illusionen.
 
Die Höhle in der du lebst wird erleuchtet und schön dekoriert, aber wahre Freiheit wirst du dort nicht finden. Dafür musst du dich auf den Weg nach draußen machen.
 
Und je schöner du die Höhle einrichtest und dekorierst, umso schmerzhafter wird es, die Höhle zu verlassen. Denn die Höhle ist warm und komfortabel geworden. Du kennst mittlerweile jeden ihrer Winkel – hier fühlst du dich sicher, hier kann dir nichts geschehen – und das ist der Punkt. Es kann dir nichts geschehen.
 
Genauso wie keine feindseligen Diebe und Bösewichte in deine Höhle kommen, so kommen auch keine Engel und Kumpanen.
 
Und als mir dies bewusst wurde, als ich meine warme Höhle nicht mehr aushalten konnte, machte ich mich auf den Weg.
 
Und eins ist sicher: ich hatte meine Höhle ausgeschmückt. Hatte schöne Bilder an die Wand gehängt. Ich lud regelmäßig Leute zur Besichtigung ein. Mittlerweile 60.000 an der Zahl. Aber nur schauen, nicht anfassen!
Auch damals war mir bewusst, dass es mehr als die Höhle gab. Ich hatte Visionen und Träume davon. Eingebungen. Aber anstatt mich auf den beschwerlichen Weg nach draußen zu machen, las ich Bücher über draußen und sah mir Videos von draußen an. Ich schrieb Texte von draußen und stellte auch diese zur Schau.
 
Und das Ding war: Viele Menschen traten in Resonanz mit diesen Texten. Als ich Wach Auf das erste mal stilllegte, um meinen Fokus auf meine Australienreise zu legen, bekam ich Nachrichten von Menschen, dass ich mit meinen Texten ihr Leben grundlegend verändert hätte. Die Resonanz im Allgemeinen war gewaltig.
 
Und doch kam ich irgendwann zur Einsicht, dass ich all das erstmal hinter mir lassen musste, auch wenn es noch so vielen anderen Menschen helfen mag.
 
Einige von euch können sich sicherlich noch daran erinnern, dass ich eine Fahrradreise von Köln nach Schweden gemacht habe. Dies war für mich der Startschuss.
 
Auch wenn ich nach der Reise versuchte Wach Auf weiterzuführen – der Zauber war verschwunden und mein Herz war nicht so sehr dabei wie in der Zeit davor. Mein Herz rief mich ins Leben, nach Berlin um genau zu sein. 
 
Anfang diesen Jahres zog ich dorthin. Seitdem wurde ich von vielen Menschen gefragt, warum ich hierher gekommen sei. In die dreckige Großstadt. Mein erster Satz war meist: Ich wurde hierher gerufen.
 
Und so war es. 2 Tage nachdem ich eingezogen war, startete ich mit 21 Tage Dynamische Meditation im Osho Studio Berlin. Jeden Morgen um 06:00 aufstehen, teilweise mit 3-4 Stunden Schlaf, weil ich die ganze Nacht wach gelegen hatte. Um in einen dunklen Raum zu gehen und dort 1 Stunde lang zu atmen, zu weinen und zu schreien, zu hüpfen, still zu sein und zu tanzen.
 
Diese Zeit war eine der stärksten „Wachrüttler“ in meinem Leben. Seit der Kindheit festgehaltene Emotionen kamen in Bewegung. Angst. Trauer. Und langsam aber sicher auch die Wut.
 
Dort lernte ich auch meine jetzige Partnerin kennen. Durch welche ich einen Geschmack bekommen durfte und darf, was Liebe ist. Liebe ist wunderschön, aber auch gleichsam die größte Herausforderung in deinem Leben. Sie fordert dich heraus, alle Konzepte von dir und deinem Leben zu hinterfragen. Wenn du dich auf sie einlässt, wird sie früher oder später jede Lüge enttarnen. Und je länger du an ihr festhältst, desto schmerzhafter wird die Einsicht.
 
Schmerz.

Eine lange Periode dieses Lebensjahres trägt diese Überschrift.

Der Schmerz einzusehen, dass man sich aus Angst dem Leben gegenüber verschlossen hat – und der lange Weg daraus.
 
Der Schmerz einzusehen, wie man sich selbst innerlich fertig macht und quält – und der lange Weg daraus.
 
Der Schmerz einzusehen, wie selten man eigentlich wirklich hier ist – und der lange Weg zurück.
 
Der Schmerz einzusehen, dass man nicht immer der warmherzige, nicht urteilende, offene Mensch ist, der man glaubt zu sein, sondern ein ziemliches Arschloch sein kann – und der lange Weg daraus.
 
Der Schmerz einzusehen, dass der Weg in die Freiheit noch lang und einen streckenweise an die Schmerzgrenzen und darüber hinaus bringt – bis kein Weg mehr übrig bleibt.
 
Der Weg in die Weglosigkeit. Der Weg dorthin wo ich schon bin. Paradox. Und doch eine Realität.
 
Und das wollte ich lange nicht einsehen. Wenn doch alles hier & jetzt ist, dann brauch ich den Weg doch nicht zu gehen. Ich bin doch schon hier & jetzt. Sagte der Verstand.
 
Doch die Erfahrung sprach eine andere Sprache. Egal wie viel du über Einheit und Gegenwart gelesen hast, es bleibt doch ein Weg, du als allumfassendes Bewusstsein machst doch die Erfahrung von Raum & Zeit limitert zu sein. Mit Gedanken, Gefühlen und Objekten identifiziert zu sein.
 
Und der einzige Weg ist durch. Durch den Schmerz. In das Leben hinein.
 
Aufstehen. Sich umdrehen. Und den Weg aus der Höhle hin zum Licht antreten.
 
Denn hinter dem Schmerz liegt Ekstase und Momente in denen ein weiterer Lichtstrahl dein Wesen penetriert.
 
Auch das durfte ich erfahren. Die Auflockerung von energetischen & körperlichen Blockaden. Den Körper endlich wieder vernünftig spüren. Wieder erleben zu dürfen wie tief atmen sich wirklich anfühlt. Das Spüren & Lenken von Energie in Händen und Körper. Ekstatisches Tanzen. Aufflammen von leuchtender Männlichkeit. Wiederentdecken der eigenen Kraft.
 
Auch diese lichtvollen Dinge kommen wieder in mein Bewusstsein, ich sah nämlich bis vor kurzem vor lauter Schmerz und Schatten das Licht nicht mehr. Mein Vater, meine Partnerin und andere Engel auf meinem Weg halfen mir auch das einzusehen. Mein Gesicht ist nun wieder der Sonne zugewendet.
 
 
Wach Auf 2.0

Die Zeit ist gekommen in der ich mich wieder von Wach Auf gerufen gefühle. Ich bin noch vorsichtig, weil ich mich nicht wieder verlieren will.

Und das ist leicht, wenn man sowieso schon im Internet arbeitet. Schnell verliert man wieder die Bodenhaftung, die große Reichweite, die ich habe, kann da noch zusätzlich Öl im Feuer sein.

Ich will und werde nicht mehr Illusionen füttern. Was ich schreibe, entspringt meiner Erfahrung. Die einzige Ausnahme könnten fiktionale Geschichten sein. Aber auch die sollen größtenteils auf Erfahrungen beruhen.
 
Vor allem wird jetzt endlich das Potential von Wach Auf ausgeschöpft. Die Plattform, die ich mir aufgebaut habe, wird genutzt:
 
  • Nicht nur um Informationen zu verbreiten, sondern um zu vernetzen. Das ganze steckt noch in den Kinderschuhen, ich will erstmal im kleinen Stil in Berlin anfangen und mit wachsender Nachfrage und ERFAHRUNG das ganze ausweiten. Wichtig ist mir der direkte mentale, physische und energetische Austausch VOR ORT, nicht im Internet. Überall treffe ich Menschen, die innerlich nach einer solchen Gemeinschaft schreien, wo sie sie selbst sein können, wo ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen akzeptiert und verstanden werden und ihnen Hilfestellungen gegeben wird, ihren Weg zu gehen. Wo gemeinsam an einer neuen Welt gewerkelt wird.
  • Die Haupt-Webseite www.wachaufmenschheit.de wird von „meinem Baby“ zu einer Plattform für Menschen, die ihre Erfahrungen zum Thema „Aufwachen“ mit einem großen Publikum teilen wollen. Von Meditation zu Permakultur und Konsumtipps über Aufklärung über unser System und Lösungswege aller Art sind dem keine Grenzen gesetzt.

Wenn du dich angesprochen fühlst, kannst du mir gerne eine Mail schreiben (mail@wachaufmenschheit.de). Optimal wäre natürlich wenn du schon Erfahrung mit dem Schreiben gemacht hast, ist aber keine Voraussetzung.

Vielleicht hast du auch andere Fähigkeiten, mit denen du zu Wach Auf beitragen kannst? (Web-/Grafikdesign, Videoerstellung, usw.) Hast Ideen zu möglichen Treffen? Kommst aus Berlin und hast Bock dich mal auf einen Ideenaustausch mit Tee zu treffen? In allen Fällen, schreib mir!
 
Zu beidem, Treffen vor Ort und Webseite, kommen aber in naher Zukunft noch seperate Aufrufe und genaue Informationen.
 
Jetzt freue ich mich erstmal wieder auf diesem Weg in Kontakt mit euch zu sein, meine Erfahrungen mit euch teilen zu können und und hoffe auch euch bald mal in physischer Form antreffen zu können.
 
Bis dann,