Dies ist Teil 2 der Reihe „Wo war Wach Auf“ [WwWW]. Hier die ersten beiden Teile: Teil 1Teil 2

Transformation… dies war nicht nur die Botschaft, die mir der Drache durch meine Reise gebracht hatte, ich spürte es in jeder Zelle meines Körpers: Ein Wandlungsprozess durchdringt mich: Physisch, geistig, seelisch. Und dieser Prozess ist lange noch nicht abgeschlossen.

Deswegen gibt es auch die teils ziemlich langen Pausen zwischen den Texten. Das Puzzle was mein Leben ist setzt sich mitten vor meinen Augen zusammen und Puzzleteile in meiner Geschichte, welche ich bisher noch an die Seite gelegt hatte, finden plötzlich Nachbarteile und offenbaren ein größeres Bild. Mehr Randteile kommen zum Vorschein und geben dem Bild Struktur. Und diesen Prozess kann man nicht erzwingen. Man kann ihn beschleunigen indem man immer wieder den Weg nach Innen findet sowie bewusster wird und nicht mehr blind an den Puzzleteilen auf seinem Weg vorbeirennt. Aber all das braucht Raum und Zeit, um sich zu fügen. In dieser Hinsicht werde ich dem Affen auf meiner Schulter nicht wieder die Macht über mich geben. Die Texte kommen, wenn sie kommen. Manchmal schneller, manchmal langsamer, aber immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Nun aber zurück in die Vergangenheit: Wie du dich vermutlich erinnern kannst, ist Teil 2 damit geendet, dass ich von meiner Reise aus Schweden wiedergekommen bin. Die Botschaft war klar und ich war bereit für die Veränderung, die mir bevorstand. Auch wenn ich nicht wirklich wusste, wie diese aussehen sollte.

Was ich noch nicht erzählt habe, ist dass ich neben den Erkenntnissen, die ich bereits geschildert habe, eine weitere Einsicht auf meiner Fahrt hatte: Jetzt gibt es kein zurück mehr. Tatsächlich hatte ich überlegt gar nicht mehr wiederzukommen und in Schweden zu bleiben, wenn ich dort einen Platz finden würde, den ich mir als neuen Gedeih- und Wohnort vorstellen konnte. Das Leben hatte mich jedoch in eine andere Richtung geführt. Man kann sagen, die Matrix hat mich zurückgerufen. Da ich in Deutschland noch etwas dringendes wegen dem Jobcenter regeln musste, war ich gezwungen von Stockholm wieder nach Deutschland zu fliegen. Mein Fahrrad ließ ich in Schweden, da es die Reise eh nur gerade so überstanden hatte und nicht mehr wirklich brauchbar war.

So ging es zurück nach Deutschland, doch die Botschaft blieb gleich: Jetzt gibt es kein zurück mehr. Wohnen würde ich nicht mehr bei meiner Mutter und zurück in die alte Komfortzone und Muster fallen. Als nächster Schritt galt es also herauszufinden, wo ich die nächsten Jahre meines Lebens verbringen werde. Wieder reisen? Oder doch lieber eine eigene Wohnung? Aber wo? Eine subtile Anziehungskraft zog mich komischerweise in eine Großstadt. Man könnte meinen, dass ich als naturverbundener Mensch, der nicht nur einmal unsere Arbeits- und Konsumgesellschaft aufs schärfste kritisiert hat, eher einen Drang verspürt, auf’s Land zu ziehen. Aber nein, Großstadt ahoi.

Für diese unterbewusste Anziehungskraft wurden mir mit der Zeit auch die Gründe bewusst: Diese waren unter Anderem:

  1. Raus aus der Komfortzone: Ich als ruhiger, introvertierter Mensch, habe keine Probleme damit alleine zu sein, wenn es aber darum geht mich in sozial herausfordernde Situationen zu begeben, habe ich trotz Australien- und Schwedenreise noch relativ große Widerstände, die es aufzulösen gilt. In einer Großstadt wie Berlin kann man soziale Interaktionen nicht nur sehr schwer vermeiden, sondern es gibt auch noch diverse Möglichkeiten, seine sozialen Fähigkeiten auszureifen, wie z.B. Toastmasters (Public Speaking) oder RSD (Dating).
  2. Und mit kommen wir auch zum zweiten Punkt, die schiere Grenzenlosigkeit der Möglichkeiten: Alles was ich ausprobieren will, kann ich in Berlin tun. Seien es Meet-Ups zum Thema Barfuß laufen, Urban Gardening, ein neues Instrument oder Tai Chi erlernen, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Ich freue mich insbesondere auf das volle eintauchen in Tai Chi – ich habe in den letzten Monaten viele Meditationsmethoden ausprobiert und bin bei Tai Chi hängengeblieben, welches perfekt zu mir als körperbetonten und -bewussten Mensch passt. Ich kann auch jedem der diesen Text hier liest nur wärmstens empfehlen, seine eigenen Methoden zu finden. Ich habe mit der Zeit gelernt, meiner Intuition und meinen Gefühlen zu lauschen und in die Richtung zu gehen, in der man Herz erblüht. Wenn du monatelang Vipassana versuchst und anstatt ein höheres Bewusstsein, Konzentration und ein ruhigeres Gemüt nur Frustration erlangst, ist es vielleicht Zeit dich nach der Methode umzuschauen, die zu DIR und deinen ganz individuellen körperlichen, geistigen und seelischen Gegebenheiten passt, deren Form du in diesem Leben angenommen hast. Diese Methoden herauszufinden, kann dir kein Guru oder Buch abnehmen, es erfordert wachsende Sensibilität, um das nächste Puzzleteil zu sehen, zu fühlen, zu schmecken, zu riechen oder zu erlauschen.
  3. Tai Chi führt mich zum dritten Punkt, die Phase des Kriegers: Diese Phase hängt natürlich nicht nur mit Großstädten zusammen, aber ich sehe Berlin als eine exzellente Möglichkeit, meine Kriegerfähigkeiten auszuprägen. Schon vor einiger Zeit habe ich das Buch „Krieger, Magier, Liebhaber, König“ auf Empfehlung von Elliott Hulse gelesen, welches anhand der Arbeit des Pioniers der Psychoanalytik, Carl Gustaf Jung, die vier Archetypen der männlichen Psyche skizziert. Jeder Mann trägt die Energien dieser vier Archetypen in sich – in seiner ganz eigenen Zusammenstellung und Gewichtigkeit. Während der Weg des Wissenschaftlers typischerweise von Menschen mit einem dominanten Magier-Energie beschritten wird, ist der Sportler ein typisch Kriegerweg. Aber auch verschiedene Lebensphasen erfordern und stärken verschiene Anteile der männlichen Psyche und die Phase, die ich jetzt erreicht habe, ist die Phase des Kriegers. Wie immer ist das nicht nur eine blinde Vermutung, sondern eine Erkenntnis, die von Zeichen (bzw. Puzzleteilen) begleitet wurde. Zum einen kam in mir die natürliche Inspiration hoch, Tai Chi und Kung Fu zu lernen. Diese Inspiration wurde davon begleitet, dass ich während der Meditation anfing, den Energiefluss in meinen Händen zu spüren, welcher sich noch verstärkte, als ich anfing Tai Chi – artige Bewegungen in meinem Tanzstil zu erkennen, wenn ich im Club völlig ins Tanzen loslassen konnte – und das obwohl ich vorher noch nie Tai Chi geübt hatte.  Neben dem Krieger-typischen Tai Chi wurde mir die Botschaft vor ein paar Wochen noch deutlicher gegeben: Meine Mutter und ihr Lebensgefährte lasen ein Buch namens „Socrates – Der friedvolle Krieger“ von Dan Millman, von dem sie mir erzählten. Wer das Buch bzw. den Film „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ kennt, der kennt auch Socrates, den Tankstellen-Krieger und Lehrmeister von dem jungen Krieger Dan Millman. „Socrates“ beschreibt den Lebensweg eben jenes geheimnisvollen Lehrers, auf welchen Dan Millman nachts in einer Tankstelle trifft und sein Leben auf den Kopf stellt.

Eine Woche später kommt ein Paket von meinem Vater für meinen Geburtstag an. Ich öffne das Paket und sehe… ein Buch:

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und kann mir das Grinsen nicht verkneifen. Synchronizitäten – göttlicher Humor.

Da ich bis jetzt nur den Film gesehen hatte, habe ich erstmal das Buch „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ gelesen und bin jetzt bei „Socrates“ angelangt. Beide Bücher halten mir den steinigen und mit Herausforderungen gespickten Weg vor Augen, den ich angefangen habe zu beschreiten: Der Weg des Kriegers. Zum Weg des Kriegers gehört auch, komfortabel mit dem Unkomfortablen zu werden. Dinge zu tun und in Orte und Situationen zu geraten, in denen Unsicherheit und Negativität wirken. Auch für das ist die Großstadt Berlin mit seinen Licht- und Schattenseiten ein geeigneter Lehrraum.

Schon in Stockholm hatte ich mit einem Freund darüber geredet, dass ich bei einer Challenge mitmachen wollte, um genau zu sein die 3-Wochen-Dynamische-Meditations-Challenge, in welcher 3 Wochen lang die vom indischen Mystiker OSHO entwickelte dynamische Meditation für 3 Wochen jeden Morgen praktiziert wird. Eigentlich hatte ich vor diese in Stockholm zu machen, da mein Leben jedoch anderes für mich vorhatte und doch wieder in Deutschland landete, entschied ich mich an der Challenge im Osho-Studio in Berlin teilzunehmen. Da ich Ende 2015 schon mal in Berlin für die TTIP-Demo gewesen war und die Stadt in der kurzen Zeit in der ich da gewesen war einen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen hatte, entschied ich mich dort einen Monat bei einem guten Freund zu leben, den ich damals durch Wach Auf kennengerlernt hatte und bei dem ich schon in der Zeit der TTIP-Demo übernachtet hatte. Diesen Monat würde ich nutzen, um die dynamische Meditation, Berlin, und am wichtigsten… die tiefen meines Selbst näher kennenzulernen.

Doch etwas geschah nebenbei… etwas was mir endlich ermöglichte meine Berufung auch vollständig zum Beruf zu machen. Wer schon etwas länger die Posts von Wach Auf verfolgt, dem ist womöglich auch die Entstehungsgeschichte, meine Reise nach Australien und der Aufbau der Webseite (in diesem Podcast beschreibe ich all dies) sowie der Traum bekannt, mit dem was ich liebe mein Geld zu verdienen. Seitdem ich im September 2015 aus Australien wiederkam, war dies meine Vision – und da ich wusste wie das Gesetz der Anziehung funktioniert, hatte ich auch keine Zweifel, dass sich meine Vision auch materialisieren würde. Nur das wie – das stand in den Sternen.

Zuerst war mein Plan, dass ich durch Werbeeinnahmen auf meiner Webseite eines Tages meinen Lebensunterhalt verdienen würde. Das erwies sich jedoch schwieriger als gedacht, denn die Auswahl der Unternehmen für die ich überhaupt Werbung machen konnte, ohne dass dies mit der Botschaft von Wach Auf in Konflikt kam, war stark limitiert. Nach ca. einem halben Jahr war ich immerhin soweit, dass ich neben Affiliate-Programmen auch meinen ersten direkten Werbekunden für mich gewinnen konnte, wodurch ich mir immerhin schon mal eine gewisse Grundlage sichern konnte.

Eines Tages schrieb mich dann mein Freund Arthur an, welcher die Facebook-Seite Freiheitdergedanken betreibt. Und er hatte eine Nachricht zu überbringen, die in Retrospektive mein Leben neu formen sollte: Er war mit einer Firma namens „Horizonworld“ in Kontakt getreten, genau genommen mit dem Initiatior und Geschäftsleiter Udo Grube. Horizonworld war mir vorher nicht bekannt gewesen, als ich mich allerdings ein wenig auf der Webseite umschaute und herausfand, dass Horizonworld es gewesen war, die unter anderem „What The Bleep“ und „The Secret“ in die deutschen Kinos gebracht hatten, hatte ich bereits ein sehr gutes Gefühl, welches sich bestätigte als ich mit Udo telefonierte und wir uns gleich auf einer Wellenlänge befanden. Uns verband eine gemeinsame Vision von einer bewussteren, nachhaltigeren Welt und ein Verständnis über die tieferen Zusammenhänge zwischen dem menschlichen bewusstsein und dem Zustand, in der sich unsere Erde momentan befindet.

Zuerst bestand unsere Zusammenarbeit darin, dass ich Artikel und Videos die mich ansprachen von Horizonworld auf meiner Wach Auf postete und ich eine entsprechende finanzielle Gegenleistung dafür bekam. Diese hielt sich natürlich in Grenzen, aber das spielte keine Rolle. Ich war schlicht glücklich und dankbar, dass meine Vision langsam Form annahm und vor allem dass ich immer mehr Leute kennenlernte, die ähnliche Visionen und Träume hatten und mich auf diesem Weg begleiteten.

Schon im dritten Telefongespräch miteinander erwähnte Udo dann, dass er jemanden suche, der Aufgaben übernehmen kann, die er bis jetzt übernommen hatte, da er selbst seine Energie mehr und mehr auf andere Dinge richten wollte. Konkret waren die Aufgaben: die Facebookseiten von Horizonworld verwalten und die Redaktion koordinieren sowie eigene Beiträge verfassen. Für mich fügten sich mal wieder die Puzzleteile meiner Vergangenheit zusammen. Denn genau in diesen Bereichen hatte ich in den letzten Jahren Erfahrung sammeln können – und auch das Themenspektrum und die Vision stimmte: Auch Horizonworld konzentriert sich nicht auf die Bekämpfung des Alten, sondern wirkt dabei mit, ein neues Bewusstsein auf dieser Erde zu verbreiten.

Auch wenn ich Udo sagte, dass ich noch etwas Zeit zum Überlegen brauche, war mir eigentlich schon klar, dass ich das Angebot annehmen würde. Ein Beruf den ich überall ausführen kann, weil er Online ist? Ein Team auf meiner Wellenlänge mit der gleichen Vision? Die Möglichkeit mir meine Arbeitszeit selbst einzuteilen? Genug Geld um davon leben zu können? Genau das hatte ich mir erträumt – und nach einer langen Zeit der intensiven Arbeit und dem Durchgehen einer Höhle von Zweifeln und Ängsten hatte ich eine Tür gefunden, die mich an der anderen Seite wieder raus ließ und mich in das Land meines Traumes führte.

In den darauffolgenden Tagen einigten wir uns auf die Einzelheiten; die Puzzleteile hatten sich wieder einmal zu einem größeren, schöneren Bild voller Möglichkeiten zusammengefügt und offenbarten die nächste Passage auf meinem Heldenweg: Redaktionsleiter bei Horizonworld.

Da meine Reise kurz bevor stand, konnte ich nicht direkt mit meiner neuen Tätigkeit anfangen. Erst als ich bei meiner Schwester angekommen war und meine meine Reise fast am Ende angelangt war, begann ich in diese neue Phase einzutauchen. Auch diese Veränderung hatte der Drache mit sich getragen.

FORTSETZUNG FOLGT…

Das Bild hatte sich wieder ein wenig erweitert, doch ich wusste immer noch nicht, welche Rolle Wach Auf in Zukunft in diesem Bild spielen würde. Neben der Euphorie über den neue Weg nahm ich also auch diese Ungewissheit mit nach Berlin und zur dynamischen Meditation. Was dort passiert und welche Puzzleteile dort auf mich warteten, erfahrt im nächsten Teil.

Hier geht’s zum ersten Teil der Serie.
Hier geht’s zum zweiten Teil der Serie.